2026-001/documents/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/271.md

28 lines
2.4 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 271 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
11. Familienorientierung in einem kommunalen Jugendhilfenetzwerk
im Rahmen von Spiel, Sport und anderen Spaß mit sich bringenden
Handlungsangeboten fördern. Die Kräfte und Ressourcen für die
Leistungsentwicklung in Schule, Ausbildung und Beruf werden ebenso berücksichtigt wie der konstruktive Umgang mit den Rollen von
Mutter, Vater, Kindern und Jugendlichen.
Ein förderndes Klima für das Lernen am Modell und soziales Lernen entsteht. Alle haben eine gute Chance, im Kräftefeld der Gruppe
sich und ihre Ressourcen handelnd zu entdecken und weiterzuentwickeln.
In den dazugehörigen Beratungen, die entweder in einem formellen Setting oder in »Zwischen-Tür-und-Angel-Gesprächen« stattfinden, werden die je eigenen Möglichkeiten für eine konstruktive Verhaltensentwicklung, Lösungsfindung bzw. -erfindung und Identitätsgestaltung in den Blick genommen, reflektiert und vertieft. Die
Familien entwickeln eigene Ansprüche an sich selbst, zeigen sich gegenseitig wertschätzend und unterstützend.
So werden Menschen und ihre Familien als »nontriviale, nicht instruierbare Systeme« (s. von Foerster 1996) ernst genommen, und
das Dilemma der »Nichtinstruierbarkeit« eines psychischen Organismus erlaubt dennoch pädagogisches Handeln. Denn die Adressatinnen unserer Angebote machen Erfahrungen mit sich selber und ihresgleichen in einem individuell »offenen« Feld, das durch systemisch
durchdachte professionelle Angebote, Regeln und Settingvorgaben
strukturiert ist, die von sich dazu passend verhaltenden Fachkräften
vertreten werden. So entsteht ein Erfahrungsraum, in dem von den
Familien ohne die »instruierenden« Qualitäten einer Intervention
mit den eigenen Möglichkeiten experimentiert werden kann.
Die entscheidende Vorgabe für das Setting in allen drei genannten Bereichen Systemisch-Integrativer Familienberatung, Elternschule und betreutem Jugendwohnen ist die Bereitschaft der Eltern
(meistens der Mütter), in dem jeweiligen Setting zum Wohle ihrer
Kinder und damit zu ihrem eigenen Wohle aktiv mitzuarbeiten.
3.2 Die Systemische Elternschule
Die erste Systemische Elternschule wurde 1999 mit acht Plätzen in
Bad Buchau eingerichtet und 2003 wegen mangelnden Bedarfs eingestellt. Die zweite wurde im Januar 2003 mit acht Plätzen in Erolzheim eingerichtet, die dritte im Herbst 2003 mit ebenfalls acht Plätzen
in Laupheim.
271