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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 247 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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10. Aufsuchende Familientherapie als ambulante Hilfe zur Erziehung
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Lösungsstrategien und Hilfsmitteln (»Handwerkszeug«), welche die
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Familien in Zukunft anwenden können, um von Hilfesystemen unabhängig zu werden.
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Es ist zweifellos ein entscheidender Schritt, zwei der Familie unbekannten Therapeutinnen Eintritt in die Privatsphäre zu gewähren.
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Unserer Erfahrung nach ist dies jedoch im Gegensatz etwa zum Aufsuchen einer Beratungsstelle seitens der Familien eine Hürde, die für
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sie leichter zu nehmen ist. Sie haben zu Hause mehr Gestaltungsmöglichkeiten und fühlen sich eher weniger defizitär.
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Es gibt auch Lebens- und Problemlagen, in denen wir unsere
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Form der AFT für wenig hilfreich erachten.
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Wenn das Wohl von Kindern akut gefährdet ist durch Gewalt,
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Missbrauch oder existenzielle Unterversorgung (Eltern sind verschwunden, geben keine Tagesstruktur, sind wegen Krankheit oder
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Suchtverhalten nicht präsent), dann haben Maßnahmen des Kinderschutzes und der Krisenintervention absoluten Vorrang. Wenn Eltern
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auf der Ebene von Tagesstrukturierung, alltäglicher Förderung ihrer
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Kinder, Erarbeiten von Ressourcen im Lebensumfeld Unterstützung
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benötigen, scheint uns das Setting der Sozialpädagogischen Familienhilfe geeigneter zu sein. In diesen Fällen muss eine Fachkraft für
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eine bestimmte Zeit die Eltern in der Übernahme ihrer Rolle massiv
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unterstützen oder vielleicht sogar ersetzen. Kontakte mit Behörden,
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Einrichtungen, Arbeitgeberinnen müssen hergestellt und eventuell
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begleitet, finanzielle Engpässe müssen aufgelistet, die Organisation
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den Haushaltes und ein planvolles Ausgabenverhalten konkret unterstützt werden. Solche Maßnahmen erfordern eine weitaus höhere
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Frequenz der Präsenz in der Familie und haben eine eher konkret anleitende Wirkung.
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5. Freiwilligkeit oder Zwang?
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AFT als Hilfe zur Erziehung ist in manchen Fällen kein Ergebnis einer
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freiwilligen Nachfrage von Familien. Schule, Kinderärztinnen, Polizei, Gericht, Erzieherinnen können aufgrund ihrer gesellschaftlich
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definierten Rolle – die immer auch Kontrolle beinhaltet – mehr oder
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weniger starken Druck oder sogar Zwang auf sie ausüben, mit dem Jugendamt Kontakt aufzunehmen. Andererseits kann auch das Jugendamt von sich aus Kontakt mit Familien aufnehmen – auch gegen ihren
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anfänglichen Willen (s. Kron-Klees in diesem Band). Kron-Klees zeigt,
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