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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 238 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Albrecht Reiner, Dorothea Scholz, Susanne Joos und Wolf Ritscher
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lientherapie im Rahmen der Jugendhilfe – her. Jedes Teammitglied
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kann zu jedem Zeitpunkt die Mitarbeit beenden, mehr oder weniger
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Therapieaufträge übernehmen oder sich für Zusatzaufgaben (z. B.
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das Schreiben dieses Buchbeitrages) engagieren.
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2. Unser systemischer Ansatz im Kontext
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der Sozialen Arbeit
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Die entscheidende Komponente des Settings der Aufsuchenden Familientherapie (AFT) ist die »Gehstruktur«. Damit allein schon ist ein
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methodischer Anschluss an die Sozialarbeit gewährleistet, denn zu
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deren Konzept gehört die vom aktuellen Hilfebedarf her begründbare
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Entscheidung für die Komm- oder Gehstruktur. Die Gehstruktur soll
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die Hemmschwelle für eine Annahme von Unterstützungsangeboten
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möglichst gering halten, indem die Adressatinnen bzw. Auftraggeberinnen (zu diesem Begriff Ritscher 2002a) ihren »Heimvorteil« nutzen können und zugleich die aktive, aber auch verpflichtende Rolle als
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Gastgeberinnen übernehmen. Der Heimvorteil beruht auf der vertrauten Umgebung, der prinzipiellen Option, die Sozialarbeiterin
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nicht »über die Schwelle« zu lassen bzw. sie zum Gehen aufzufordern, und der Möglichkeit, die Rahmenbedingungen des Kontaktes
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nach eigenem Ermessen zu gestalten. Solche Rahmenbedingungen
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sind z. B.: Wo setzt man sich zusammen – Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer, Flur?; bietet man überhaupt eine Sitzgelegenheit an, und
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wenn ja, welche?; die Versorgung der Gäste mit Speis und Trank – soll
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sie üppig oder mager sein, bzw. wird auf sie ganz verzichtet?; spontaner Einbezug von bisher nicht beteiligten Familienmitgliedern, Nachbarn und Freundinnen; Inszenierung häuslicher Kommunikationsmuster, Rollen und Macht-Ohnmacht-Verhältnisse. In der Wahl und
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Ausgestaltung dieser Elemente kann die Sozialarbeiterin eine Vielzahl von Bedeutungen und Botschaften der Familie an sie entdecken.
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Insofern liegt darin auch eine Chance für das professionelle Fallverstehen, die für die Gestaltung des weiteren Beziehungs- und Hilfeprozesses genutzt werden kann. Die »Gehstruktur« (aus der Perspektive
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der Sozialarbeiterin – aus der Perspektive der Familie handelt es sich
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um eine »Kommstruktur«) kann also nicht nur für die Familie eine
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Hilfe zur Autonomisierung im Kontakt mit den Fachkräften sein,
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sondern sie erweitert auch die Möglichkeiten der Beobachtung und
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Hypothesenbildung.
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