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Raw Blame History

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 231 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialpädagogische Familienhilfe

am Fall beteiligten AGFJ-Kolleginnen nach Bedarf in kurzen Telefongesprächen oder in gemeinsamen Besprechungen aus wenn nötig, auch mit den Kolleginnen des Jugendamtes oder weiteren beteiligten Personen. Darüber hinaus finden kollegiale Beratungen im Team nach dem von Ader und Thiesmeier beschriebenen Ablaufschema statt (Ader u. Thiesmeier o. J.). In diesem kommt der Identifikation mit den Systemmitgliedern eine besondere Bedeutung zu, was helfen soll, den Blick und die Wahrnehmung bezüglich der »Diagnostik« und der »Interventionen« zu erweitern und hilfreiche Hypothesen zu bilden (s. Heiner 2004). Hier können ebenfalls solche Triangulationssituationen unter der Perspektive der einzelnen Familienmitglieder zum Thema gemacht werden, damit sie ihre Hypothesen über Motive bilden können, die es den Kolleginnen in der Folge erleichtern, diesen Motiven aufmerksamer zu begegnen und damit weitere »Fettnäpfchen« zu umgehen. In der Identifikation mit der Mutter formulierte z. B. eine Kollegin: »Ich werde von Herrn U. (dem Paten) in meinen Erziehungsversuchen nicht genügend gewürdigt«; als Paul formulierte ein Kollege: »Ich bin schon so oft vom Vater im Stich gelassen worden«; und in der Identifikation mit dem Jugendamtskollegen sagte ein Teammitglied: »Wenn es hart auf hart kommt, bin ich mit dem Fall ja doch allein.« Die kollegiale Fallberatung ist jenseits dieser spezifischen Triangulationsthematik ganz allgemein eine gute Methode dafür, Hypothesen über Motive, Erwartungen und Annahmen der Familienmitglieder und der Fachkräfte durch die Teammitglieder zu bilden. In der Identifikation mit Paul entstehen beispielsweise folgende Hypothesen über seine Ziele:

• die Verantwortung für die Eltern abgeben können; sich um sich selbst kümmern;

• mit veränderter elterlicher Präsenz umgehen können; • sich auf Regeln und Absprachen einlassen; • Klarheit gewinnen über eigene Gefühle und Wünsche; • eigene Ziele bezüglich der schulischen Ausbildung entwickeln; erforderliche Schritte erarbeiten und dabei begleitet werden;

• eigene Zielvorstellungen hinsichtlich der familiären Situation entwickeln: Will ich in der Familie bleiben oder nicht? Was würde die jeweilige Entscheidung in ihrer Konsequenz erfordern? Außenkontakte mit Gleichaltrigen aufbauen und stabilisieren.

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