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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 190 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Horst E. Bertsch und Herbert Böing
A. in die Einrichtung zurückbrachte, berichtete sie von Problemen,
wenn sie A. Grenzen setzen wollte. Sie konnte sich in manchen Situationen einfach nicht durchsetzen. Diese Situationen wurden dann besprochen, und es wurde nach Verhaltensalternativen gesucht. Als Ergebnis entstand eine neue Lernzielbeschreibung. Die Wochenendbesuche stellten sich als ertragreiches Lernfeld für A. und die Mutter
heraus. In den Ferien wurden nach ca. eineinhalb Jahren verlängerte
Wochenenden eingebaut. Es kam zu einer Eskalation. A. ließ sich
nicht, wie vereinbart, von der Mutter in die Einrichtung zurückbringen. Er drohte, aus dem Fenster zu springen, wenn er nicht daheim
bleiben dürfe. Die Mutter informierte den Betreuer, der A. beruhigen
und später mit in die Einrichtung nehmen konnte.
Der Fachdienst moderierte ein Krisengespräch mit dem Team,
der Mutter und dem Betreuer. Die Mutter wollte zunächst keine Wochenendbesuche mehr verantworten und machte wieder Besuche in
der Einrichtung. A. äußerte immer wieder den Wunsch, bei der Mutter zu leben. Im folgenden Hilfeplangespräch wurde mit der Mutter
und ihm ein Ziel- und Zeitplan mit kleinen Schritten vereinbart. Die
Mutter ließ sich mit der Zusage auf Unterstützung durch eine Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) auch nach der Rückkehr von A.
auf den Plan ein. A. und seine Mutter arbeiteten kontinuierlich und
engagiert an der Erreichung der Ziele. Nach insgesamt drei Jahren Betreuungszeit wurde eine Rückkehr in die Familie möglich. In der ersten Zeit danach hatte die Mutter wöchentliche Telefonkontakte mit
dem fallverantwortlichen Erzieher. Der Familienhelfer übernahm die
Begleitung und Unterstützung im Lebensfeld. Seit einem Jahr lebt A.
jetzt schon bei seiner Mutter und seinen Geschwistern.
3.2 Kooperation zwischen Tagesgruppe, Schule,
einem Jugendlichen und seiner Familie
Eine Kollegin der Tagesgruppe (TG) wandte sich an den Fachdienst,
um die Arbeit mit dem 15-jährigen C. zu reflektieren, da eine Krise entstanden war.
C. lebt mit seiner Mutter zusammen, wird in der TG teilstationär
betreut und besucht die Förderschule für Erziehungshilfe.
Die Mutter hat regelmäßigen Kontakt mit der Kollegin. Schwerpunkte sind die Kooperation der TG mit dem Herkunftssystem und
Hilfestellungen für C. außerhalb der TG. Die Mutter arbeitet engagiert mit, und auch C. ist gut im Kontakt mit der Helferin.
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