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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 171 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

vorgestellt und reflektiert wird. Die Teammitglieder stellen Fragen, schildern ihre Sichtweise und/oder bieten alternative Deutungen der Problemlagen des jeweiligen Falles an. Diese kollegiale Beratung unterstützte die mit der Familie zusammenarbeitende Sozialarbeiterin dabei, jeweils die weitere Vorgehensweise zu erarbeiten oder schwierige Gespräche entsprechend vor- oder nachzubereiten. Die Reflexion des Handelns ist außerdem in der kontinuierlich stattfindenden Supervision möglich. 8.4.8 Ein Gespräch mit Familie F. im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft Im Rahmen der vereinbarten Erziehungsbeistandschaft war es möglich, die Familie im Abstand von zwei Wochen für etwa 1,5 Stunden zu einem Beratungsgespräch zu treffen. Zunächst gab es zwei Treffen ohne Herrn F. Da es im folgenden Gespräch um gegenseitige Rückmeldungen gehen sollte, war es wichtig, dass alle Familienmitglieder daran teilnahmen. Frau F. übernahm die Verantwortung dafür, alle Familienmitglieder (Vater und Kinder) darüber zu informieren. Alle Familienmitglieder waren anwesend. Für dieses Gespräch hatte sich die Kollegin vorgenommen, die Familienmitglieder darin zu unterstützen, sich nicht in gegenseitige Vorwürfe zu verstricken, sondern sich darin zu üben, das zu sagen, was sie aneinander mögen.

• Joining: Um einen ersten Kontakt zu allen aufzubauen, begrüßte sie sie einzeln mit persönlichen Sätzen. Karl führte sie gleich in sein Zimmer, da er ihr mit Stolz sein frisch aufgeräumtes Zimmer zeigen wollte. Auch Elisa bat sie darum, ihr Zimmer anzusehen. So wurde es möglich, mit ihnen über die Interessen ins Gespräch zu kommen, die sich in der Gestaltung der Zimmer (Poster, Puzzles, Haustiere) widerspiegelten. Gemeinsam gingen sie ins Wohnzimmer zurück, wo die Eltern bereits auf sie warteten. Dort unterhielt sich die Sozialpädagogin mit der Familie zunächst über die Ausflüge, die Herr und Frau F. nach wie vor mit ihren Kindern gemeinsam unternehmen. Wichtig war der Sozialarbeiterin auch ihre Anerkennung dafür zum Ausdruck zu bringen, dass sich alle Familienmitglieder Zeit für das gemeinsame Gespräch genommen hatten. • Problemerkundung: Die Sozialarbeiterin fragte dann, was jedes Familienmitglied heute besprechen wollte. Es wurde dabei schnell deutlich, dass Frau F. und Elisa unbedingt über Karls negatives Verhalten innerhalb der Familie und in der Schule berichten wollten. Karl äußerte, dass er heute nichts Wichtiges zu besprechen habe. Seine Mut-

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