2026-001/documents/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/168.md

39 lines
2.2 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 168 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
eigenen (Negativ-)Blick mithilfe einer professionellen Außensicht
verändern lernen. Wichtig sei ihr dabei, auch Rückmeldung über
eigenes Verhalten zu bekommen. Den Kontakt zu ihrem getrennt
lebenden Mann möchte sie ebenfalls aufrechterhalten, um die Erziehungsverantwortung nicht allein tragen zu müssen.
Elisa möchte am liebsten auch in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie beneide Karl um diese Erfahrung. Sie möchte gern
auch etwas für sich. Sie wünsche sich weniger Streit mit ihrem
Bruder.
8.4.2 Der weitere Verlauf der Abklärung
Dieses erste Gespräch wurde im »Anfrageteam« vorgestellt. Die Kolleginnen gaben eine Rückmeldung über das Gehörte und ergänzten
noch offene Fragen; außerdem wurden erste Hypothesen formuliert.
In der Abklärungsphase fanden noch zwei weitere Familiengespräche statt. Sie wurden jeweils im Team reflektiert und die Ergebnisse an die Familie zurückgemeldet. Danach wurde in Kooperation
mit der Familie, dem zuständigen Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) des Kreisjugendamtes und der Einrichtung eine
Teilnahme von Karl an der Sozialen Gruppenarbeit (SGA) und eine
ergänzende Erziehungsbeistandschaft vereinbart.
8.4.3 Aufträge und Ziele für die Maßnahmen
Ziele und Aufträge für die SGA, die im Verlauf des Hilfeplangesprächs vom ASD-Mitarbeiter festgehalten wurden, waren:
• Karl soll sich in die Gruppe integrieren.
• Sein Selbstwertgefühl soll gestärkt werden.
• Karl soll neue Verhaltensmuster erlernen und einüben.
• Er soll reflektieren, was er zum Gelingen und Misslingen von Gruppenprozessen beiträgt.
• Karl soll angemessen soziale Verantwortung übernehmen.
Ziele für die ergänzenden Familiengespräche im Rahmen der Erziehungsbeistandschaft, die im Hilfeplangespräch vom ASD-Mitarbeiter
festgehalten wurden:
• Stärkung der Erziehungskompetenz vor allem der Mutter
• Erziehungsberatung der Eltern
• Klärung der Ebenen (Paarebene, Elternebene, Kinderebene) nach der
erfolgten Trennung
• Bearbeitung der Geschwisterbeziehung
168