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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 162 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
mit einer neuen Patin bzw. einem neuen Paten fortgeführt werden. Es
gab zudem Angebote von der Dreiergruppe der Mädchen an das allein
stehende Mädchen, die Pausen gemeinsam zu verbringen. Die Großgruppe war bereit, der Vierergruppe Angebote zur Integration zu machen.
• Der »Rückmeldestuhl«, wurde von einigen Schülerinnen genutzt, um
sich positive und negative Rückmeldung (»Mir gefällt an dir …, mir gefällt nicht an dir …«) von den anderen Schülerinnen in der Klasse zu
holen. Die Mitschülerinnen gaben sehr differenzierte und konstruktive Rückmeldungen an die jeweils inmitten des Kreises sitzenden
Schüler. Schön war, dass es sowohl die »dominanteren« als auch die
»stilleren« Schülerinnen wagten, sich eine Rückmeldung zu holen
und an die einzelnen Schülerinnen zu geben. Dies zeigte uns, dass
eine gewisse Vertrauensbasis in der Klasse bestand, was wir auch zum
Ausdruck brachten. Auch der Klassenlehrer nutzte die Geleg-enheit,
sich Rückmeldungen geben zu lassen. Dabei erhärtete sich unsere
Hypothese, dass die Schülerinnen teilweise nicht wissen, wo die
Grenze zwischen Lehrer und »Kumpel« liegt.
• Bei der LöffelGabelMesserÜbung bekamen alle einen Bestecksatz,
bestehend aus einem Löffel, einer Gabel und einem Messer. Diese Besteckteile sollten sie an ihre Mitschülerinnen verteilen, das Messer an
eine Person, die sich dominant zeigt, den Löffel an eine Person, die
sich zurückhaltend zeigt, die Gabel an eine Person, die sich manchmal dominant und manchmal zurückhaltend zeigt. Als alle Bestecke
verteilt waren, wurde die Verteilung in der Klasse besprochen. Wir
fragten, wie es den Schülerinnen mit ihrem Sortiment gehe, ob es
Überraschungen gegeben habe, ob aufgrund der Verteilung bzw. des
Befindens einzelner oder mehrerer Schülerinnen Veränderungen angestrebt werden sollten. Durch diese Übung wurden die Positionen
und die Machtverteilung in der Klasse klarer. Den vermeintlichen Tätern wurde von den anderen Schülerinnen eine weniger dominante
Position zugeschrieben als erwartet. Indem immer wieder »der dominanteste Schüler« gefragt wurde, was er meinte oder was er machen würde, konnten die anderen Schülerinnen erkennen, welche
Macht sie ihm gaben; gleichzeitig wurde die ihm zugeschriebene Rolle aufgeweicht. Dem Schüler wurde es nämlich zu viel, ständig zuerst
seine Meinung sagen zu müssen oder immer eine Übung zu beginnen, »damit sich die anderen an mir orientieren können«.
• Am Ende des ersten Projektvormittags wurde eine Fragebogenaktion
durchgeführt. Wir fragten nach den Wünschen an die Klasse und
nach dem, was Schülerinnen in der Klasse nicht gefällt. Die Mitarbeiterinnen nahmen die Fragebögen mit und schrieben die Ergebnisse
bis zum nächsten Termin auf Flipchartbogen.
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