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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 144 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
lungserfahrungen gemacht haben. Die Teilnehmerinnen müssen ein tragfähiges familiäres Bezugsfeld haben, die Eltern werden in ihrem Erziehungsauftrag unterstützt. Zielgruppe können auch Schülerinnen aus einer oder mehreren Klassen in einer Schule sein. In der Sozialen Gruppenarbeit werden Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch Lernen in einer festen Gruppe gefördert. Sie werden in ihrem Selbstvertrauen und in ihrer sozialen Kompetenz gestärkt und bekommen Zugang zu ihren Stärken und Fähigkeiten. Lern- und Leistungsverhalten werden unterstützt, Anstöße zur selbstständigen und kompetenten Freizeitgestaltung gegeben. Durch alters- und geschlechtshomogene Gruppen können spezifische Anliegen berücksichtigt werden. Der Kontakt zu den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der Maßnahme (s. auch Abschnitt 8.4). 7.5.5 Betreutes Jugendwohnen Die Maßnahme ist ein Angebot für Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene, die aufgrund von tief greifenden Konflikten nicht mehr in ihrem bisherigen Lebensfeld verbleiben können oder wollen. Sie benötigen zur Verselbstständigung noch sozialpädagogische Unterstützung, aber keine feste Gruppe als Schonraum und soziales Lernfeld, bzw. ihre Bindung in eine feste Gemeinschaft ist aufgrund zu starker Gruppenängste nicht möglich. Sie leben in der Regel in selbst angemieteten Wohnungen und werden bei der weiteren Verselbstständigung kontinuierlich und umfassend durch einen Betreuer bzw. eine Betreuerin unterstützt. Die jungen Menschen müssen in dieser Jugendhilfemaßnahme eine gewisse Selbstständigkeit in Alltagsabläufen als Voraussetzung mitbringen und sollten eine schulische bzw. berufliche Perspektive haben. Die Förderung setzt insbesondere bei der Alltagsbewältigung und Alltagsgestaltung, der Entwicklung von schulischen bzw. beruflichen Perspektiven, der Persönlichkeitsentwicklung, der sozialen Integration, der Bewältigung der eigenen Lebensgeschichte usw. an. Durch Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie wird der Ablöseprozess unterstützt, Konflikte und negative Erfahrungen werden bearbeitet. Bei fehlender sozialer Einbindung werden die jungen Menschen motiviert, die offenen und teiloffenen Treffpunktangebote der Einrichtung wahrzunehmen, um so Kontakte aufzubauen. 144