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2.4 KiB
Raw Blame History

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 142 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter

7.5 Hilfen zur Erziehung nach dem KJHG 7.5.1 Aufsuchende Familientherapie Grundlage der Aufsuchenden Familientherapie ist die systemische Sichtweise. Das Angebot richtet sich an das gesamte Familiensystem und/oder an Teilsysteme. Zielgruppe sind Familien mit Problemlagen, in denen pädagogische Interventionen nicht oder noch nicht ausreichen und andere, auf individuelle Problemlagen abzielende Hilfeleistungen nicht angemessen sind. Ziel ist, die Familien darin zu unterstützen, ihre Probleme und Krisen in ihrer alltäglichen Lebensgestaltung zu bewältigen und mit Belastungen angemessen umzugehen. Das familiale und soziale Beziehungsgefüge wird stabilisiert, neue Handlungsmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven werden eröffnet und die Erziehungsberechtigten befähigt, ihren Erziehungsauftrag zu erfüllen. 7.5.2 Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung Mit der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE) bieten wir eine Betreuungsform an, mit der wir jungen Menschen sehr flexibel und individuell auf die jeweilige Lebenssituation abgestimmt Unterstützung anbieten können. Die Anforderungen sind bei dieser Maßnahme sehr niedrigschwellig. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die Motivation, die eigene Lebenssituation verbessern zu wollen, sind Zugangsvoraussetzungen für das Zustandekommen dieser ambulanten Betreuung. Die Hilfe setzt dort an, wo sich der junge Mensch zu Beginn der Hilfe aufhält. Im Betreuungsprozess entwickeln sich Inhalte und Ziele der Betreuung. Die Arbeit umfasst u. a. die Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung, die Förderung sozialer Kompetenzen, Hilfen bei der beruflichen und sozialen Integration, bei der Einübung von lebenspraktischen Fertigkeiten und bei der Alltagsstrukturierung. Ziel ist es, den jungen Menschen zu einer zunehmend eigenverantwortlichen Lebensführung zu motivieren und zu befähigen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und findet schwerpunktmäßig in Form von Einzelbetreuung statt. Daneben werden jedoch auch, soweit möglich, wichtige Bezugspersonen (z. B. Familie, Freunde, Arbeitgeber) in die Arbeit einbezogen, womit eine gute Verankerung des jungen Menschen in seinem Lebensfeld unterstützt wird. Bei fehlender sozialer Einbindung werden die jungen 142