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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 134 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Peter Ahrens, Eyke Baum, Monika Gessner, Annette Heyd, Elke Looft und Heike Richter
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Das Verhalten eines Individuums ist gleichzeitig subjektiv ursächlich und kontextuell verursacht.
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Jede Position im System führt zu einer subjektiven Sicht des Ganzen. Es ist notwendig, sich auf diese jeweilige Wirklichkeit einzulassen. Bei einer Neuorganisation dieses Systems verändern sich zugleich
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die subjektiven Erfahrungen der Mitglieder.
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Jedes Verhalten im System, auch abweichendes, hat eine Funktion zur Aufrechterhaltung des Gleichgewichts innerhalb des Systems. Handlungen sind deshalb daraufhin zu hinterfragen, welche
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Bedeutung sie für das System haben. Die Frage zur Erklärung eines
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Verhaltens lautet also nicht: »Warum verhält sich jemand so?«, sondern: »Wie passt das Verhalten der Beteiligten zusammen?«, »Welche
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Bedeutung hat das Verhalten?«. Abweichendes Verhalten ist zu sehen
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als »Bewältigungsversuch« im Hinblick auf belastende Aspekte der
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Lebenswelt, nicht nur als Persönlichkeitsmerkmal oder Eigenschaft.
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Wichtig ist das Verstehen der Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit des
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Verhaltens im familiären und sozialen Kontext.
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Hilfe wird gesucht, wenn bisherige Lösungsstrategien zur konstruktiven Bewältigung kritischer Ereignisse nicht ausgereicht haben,
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wenn subjektives Wachstum nicht mehr möglich ist. Die Regeln des
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Systems müssen dann ziel- und lösungsorientiert verändert werden.
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Dies geschieht in der Begegnung mit der sozialpädagogischen Fachkraft und durch ihre Begleitung. Der emotionalen Rahmung, d. h.
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dem Verstehen und dem emotionalen Annehmen der Betroffenen,
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kommt dabei eine hohe Bedeutung zu.
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Hilfe besteht darin, zukunftsorientiert und zielorientiert
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• die offen gelassenen Möglichkeiten momentaner Problembewältigungsversuche aufzuzeigen
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• gemeinsam alternative Bewältigungsmöglichkeiten zu erarbeiten
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und zu erproben und
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• dadurch günstige Bedingungen für die Bewältigung zukünftiger kritischer Ereignisse zu schaffen.
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Bereits die kleinen Veränderungen, Kompetenzen, Erfolge werden
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aufgegriffen und zum Gegenstand der Kommunikation gemacht.
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Dies sollte, wenn möglich, gemeinsam mit der Herkunftsfamilie
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geschehen. Sie soll die Fähigkeit (wieder)erlangen, Störungen selbst
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zu beseitigen, Lösungen für Schwierigkeiten zu finden. Der Weg ist
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der des Suchens, d. h. des Denkens in Möglichkeiten und Alternativen,
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der des Aushandelns und des Erprobens.
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