2026-001/documents/systemische-kinder-und-jugendhilfe/pages/131.md

28 lines
2.3 KiB
Markdown

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 131 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
6. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen
für das Gelingen einer Maßnahme. Sie eröffnet die Möglichkeiten zur
Übernahme von Selbstverantwortung für die eigene Veränderung
und Mitverantwortung für den Prozess der Hilfeplanung. Dies ist ein
wichtiger Schritt für die Betroffenen, damit sie zunehmend Kontrolle
über die Gestaltung ihrer Lebensverhältnisse erlangen. Das Recht auf
eine eigene Entwicklung, auf Selbstgestaltung des Lebens zu respektieren heißt für uns, unterschiedliche Wertvorstellungen auszuhalten, mit Widersprüchen und Spannungen leben zu können.
3.6 Integration
Lebensweltorientierte Kinder- und Jugendhilfe fördert durch Aktivierung oder Schaffung sozialer Netze die Integration in gesellschaftliche
Zusammenhänge. Ausgrenzung wird verhindert. Das Gefühl der Zugehörigkeit bietet Sicherheit und Schutz in schwierigen Lebenslagen.
Gerade junge Menschen, deren Lebensführung keiner »Normalbiografie« entspricht, werden in ihrer Suche nach einem eigenen Entwurf für ihr Leben unterstützt, damit sie so ihren Platz in der Gesellschaft finden.
3.7 Geschlechterdifferenzierender Ansatz
Uns ist es wichtig, die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen
und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und
die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern. Wir
überprüfen, ob Entscheidungen, die wir treffen, der Chancengleichheit förderlich sind. Dies verfolgen wir mit einem doppelten Ansatz:
Wir gestalten aktiv Mädchenarbeit, um bestehende Nachteile auszugleichen, und wir orientieren uns am Gender-Mainstreaming-Konzept, das die Gleichstellung beider Geschlechter in allen Lebensbereichen zum Ziel hat. Wir wollen damit der Geschlechterperspektive
ganz allgemein Rechnung tragen, um Ungerechtigkeiten gegenüber
beiden Geschlechtern zu begegnen.
3.8 Freiwilligkeit und Vertrauensschutz
Vertrauensschutz und Freiwilligkeit bei der Inanspruchnahme unserer Angebote sind Voraussetzungen für einen gelingenden Prozess
der Veränderung und die Akzeptanz einer Hilfe. Nur so ist die Bereitschaft zur Mitarbeit und die Motivation der Betroffenen sicherzustellen. Ihre Anliegen sind die Grundlage der gemeinsamen Arbeit. Sie
entscheiden darüber, wer in die Arbeit einbezogen wird.
131