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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 129 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche, integrierte und flexible Jugendhilfe im Gemeinwesen

für ihn passend sein. Flexibilität bei der Hilfeplanung ist erforderlich, sie erhöht die Wahrscheinlichkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit und gewährleistet zuverlässiger die Beteiligung der Betroffenen. Die individuelle Hilfeplanung muss als Prozess des Zusammenwirkens und Aushandelns verstanden werden. In einem gemeinsamen Entscheidungsprozess zwischen dem jungen Menschen und seiner Familie, dem Jugendamt und dem freien Träger werden eine Problemanalyse erstellt, der pädagogische und psychologische Bedarf ermittelt, ein Hilfeangebot entwickelt, die Umsetzung geplant und einrichtungsintern umgesetzt. Prozessorientiert wird diese Hilfeplanung immer wieder gemeinsam mit den Betroffenen und dem Jugendamt überprüft und weiterentwickelt. Dies geschieht auch durch kontinuierliche Reflexion im Team. Die Maßnahmen sollen den Lebenslagen der Adressatinnen entsprechen, ihre Ressourcen und die ihres Umfeldes wahrnehmen und fördern. Es geht dabei um Unterstützung individueller Gestaltungskompetenz. Erforderlich sind Sensibilität und das Akzeptieren der verschiedensten Lebenslagen ohne eine distanzlose Übernahme der Sichtweise der Betroffenen. 3.3 Ganzheitlichkeit und Ressourcenorientierung Es gilt, den einzelnen Menschen in seinem Alltag, in seinen sozialen Bezügen, mit seinen Stärken und Schwächen wahrzunehmen. Die Ressourcen zur Veränderung, zur Lebensbewältigung, die jeder besitzt, sind zu erweitern oder alternative Bewältigungsstrategien zu erarbeiten. Die Bereitschaft zur Kooperation ist dann am größten, wenn sich die Hilfe auf die Stärken der Betroffenen bezieht. Veränderung ist leichter möglich in einem Umfeld, in dem Stärken und Ressourcen gesehen werden und der Blick nicht nur auf die Probleme gerichtet ist. Aufgrund einer Ressourcenanalyse des Familiensystems und seiner systematischen Einbeziehung in die Arbeit ist es möglich, Hilfe zur Selbsthilfe und Selbstorganisation anzubieten. Die jungen Menschen und, wenn möglich, ihre Familien werden im Alltag begleitet und ihr Bemühen unterstützt, ihn befriedigend für sich zu gestalten. Durch die Arbeit in der Lebenswelt und mit dem Lebensfeld der jungen Menschen können einerseits Herkunfts- und Familiensysteme als Ressourcen erhalten und gestärkt, andererseits fehlende Unterstützungen ersetzt und aufgebaut werden. Darüber hinaus werden auch Freundeskreise, Nachbarschaft und andere Bezugssysteme einbezogen, soweit sie für die Entwicklung der 129