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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 123 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
- Die Mehrgenerationenperspektive zu Beginn des Hilfeprozesses
gen jenseits der Herkunftsfamilie, z. B. mit Peers gegeben hat, die ihm wichtig waren und Lebenssinn gaben. Unter dieser Perspektive könnte das Genogramm um »Wahlverwandtschaften« (Ritscher 2000a, S. 292) ergänzt werden, die auch noch in der Rückschau ein Gefühl von Vertrauen in das Leben ermöglichen. Sarahs Eltern haben mehrfache Bindungsabbrüche und Fremdunterbringungen erlebt und konnten deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit kein sicheres Bindungsmodell aufbauen. Vermutlich hatten beide Eltern keine Gelegenheit, ihre extrem belastenden Kindheitserfahrungen in ihrem Leben als Erwachsene zu kompensieren. Sarah scheint gefangen zu sein im Zwiespalt zwischen dem Streben nach Autonomie und ihrem loyalen Wunsch, in der engen Beziehung zur Familie zu bleiben. Sie besitzt wenig Selbstvertrauen, das sie befähigen könnte, den Weg der bezogenen Individuation und Ablösung einzuschlagen. Aus systemischer Sicht müsste sie darin gefördert werden, also in einer Ablösung, welche die Bindungswünsche der anderen Familienmitglieder berücksichtigt. Die Förderung einer Ablösung gegen die Mutter wird wegen der Loyalität zu ihr scheitern. 3.3 Konsequenzen für die weitere mehrgenerationale systemische Fallarbeit Der ASD als systemischer Case Manager (s. Jager in diesem Band) hat die Aufgabe, in Zusammenarbeit mit der Familie Hilfen, die eine solche Entwicklung unterstützen können, zu benennen, zu initiieren, zu koordinieren und zu evaluieren. Im Falle von Sarah und ihrer Familie scheint ein Vorgehen auf mehreren Ebenen sinnvoll:
• Der ideale Rahmen für die Aufarbeitung der aufgezeigten Muster und Themen wäre eine mehrgenerationenorientierte Familientherapie (s. Reich 2003), doch die finanziellen Möglichkeiten der Familie Schmitt lassen nur Angebote zu, durch die ihr keine Kosten entstehen. Familie Schmitt hätte vermutlich große Schwierigkeiten, ein therapeutisches Angebot wahrzunehmen, das ihre Eigeninitiative zur Voraussetzung hätte. Als Alternative zu einer Familientherapie in freier Praxis könnte der Familie eine »Aufsuchende Familientherapie« (vgl. Reiner, Scholz, Joos u. Ritscher in diesem Band) angeboten werden. • Sollte die Familie kein familientherapeutisches Angebot annehmen, müsste der ASD eine längerfristige Beratung ins Auge fassen, in der
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