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Raw Blame History

WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 81 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19

  1. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD

der behandelnden Psychiaterin und einer Familientherapeutin. In diesem Gespräch zeigte Herr S. sehr deutlich gegen seine Ehefrau seine Enttäuschung über und Ablehnung gegenüber Roy. Er plädierte vehement für eine dauerhafte Unterbringung ohne Rückkehroption. Sowohl vonseiten des ASD wie auch aus ärztlicher Sicht wurde die Hypothese geäußert, dass Roy seit Jahren um die männliche Anerkennung innerhalb der Familie kämpfe und schließlich die Mutter verletzt habe, weil sie in ihrer »Beschützerrolle« den Kontakt zwischen Vater und Sohn eher verhindere; und dass der Bruder Tom aus Eifersucht keine Chance erhalte, ein brüderlich-freundschaftliches Verhältnis zu Roy aufzubauen. Die Botschaft bzw. der Appell an die Familie lautete: Roy braucht dringend einen Platz innerhalb der Familie, nicht außerhalb! Die Betroffenheit des Vaters bewirkte, dass er sich spontan auf eine intensive sechswöchige Familientherapie mit Eltern, Ralf, Tom und Roy einlassen konnte. Nach dieser sechswöchigen Therapie lud der ASD wiederum zum gemeinsamen Gespräch unter Beteiligung der Familientherapeutin, der Psychiaterin, der Eltern, Ralfs, Toms und Roys. Alle waren der Meinung, dass durch die engagierte Mitwirkung der Familienmitglieder der Therapieverlauf als erfolgreich zu bewerten sei. Gleichzeitig wurde von allen explizit gewürdigt, dass sich das Verhältnis zwischen Vater und Roy erheblich entspannt habe. Dafür gebe es jetzt allerdings mit Tom Schwierigkeiten, da dieser anscheinend noch nicht damit klar kommen konnte, dass Roy ein allgemein akzeptiertes und anerkanntes Familienmitglied geworden war. Alle Beteiligten stimmten darin überein, dass die Familie eine nachbetreuende Unterstützung benötige, sodass eine gemeinsame Teamberatung unter Beteiligung aller vereinbart wurde. Zu ihrer Vorbereitung fand nochmals ein Termin mit Frau S. im Jugendamt statt. In der Teamberatung wurde die Familiensituation vorgestellt; es wurden die Erwartungen und Befürchtungen sowohl der Familie als auch der Fachkräfte diskutiert. Vom Reflektierenden Team erhielt die Familie sehr viel Wertschätzung für das Engagement bezüglich des Erhaltes ihrer Gemeinschaft und für das wohl meinende Interesse aneinander. Außerdem wurden die Eltern, Frank und Tom dafür gewürdigt, dass sie es Roy ermöglicht hätten, seinen Platz in der Familie zu finden. Die wohl wichtigste Intervention dieser Beratung wurde jedoch durch »Querdenken« initiiert: Die »Querdenkerin« nahm den Stand-

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