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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 79 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
3. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD
Aussicht mehr auf einen Gewinn sah. Dann störte er das Spiel oder
provozierte die anderen Kinder.
Die Sozialarbeiterinnen kamen über dieses Verhalten mit Roy ins
Gespräch, und es stellte sich dabei heraus, dass er keine Freunde hatte
und »eigentlich« auch viel lieber mehr mit seinen Brüdern und, vor allem, mit seinem Vater »zu tun« haben möchte. Die Sozialarbeiterinnen nutzten daraufhin die Möglichkeit, als Roy von seiner Mutter abgeholt wurde, auch mit ihr ins Gespräch zu kommen. Sie teilten ihr die
Beobachtungen über Roy mit, wobei sie seine Geschicklichkeit und
schnelle Auffassungsgabe in den Vordergrund stellten. Frau S. machte
keinen Hehl daraus, dass sie sehr stolz auf ihre Söhne ist, aber auch
sehr bedauert, dass Roy es geschafft hat, dass seine Brüder und sogar
sein Vater ihm aus dem Weg gehen. Sie drückte zugleich ihr Bedauern
darüber aus, dass sie es nicht fertig gebracht hat, ihrem Mann zu vermitteln, dass Roy kein »schlechter« Mensch sei. Sie drückte außerdem
ihre Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit hinsichtlich ihrer Vermittlungsbemühungen in der Familie aus.
Die Sozialarbeiterinnen schlugen Frau S. ein gemeinsames Gespräch im ASD vor und ermunterten sie dazu, diese Option mit ihrer
Familie zu besprechen.
Tatsächlich kamen Frau und Herr S. mit den Söhnen Roy und
Tom eine Woche später zum Gespräch in den ASD. Es wurde zunächst
einmal ein Genogramm erstellt, und es entwickelte sich daraus ein lebhaftes Gespräch unter den Familienmitgliedern.
Außerdem wurden die unterschiedlichen Erwartungen und jeweiligen Ressourcen herausgearbeitet:
• Roy: Er ist ein aufgewecktes und bewegungsfreudiges Kind, zeigt an
vielen Dingen Interesse, erbringt in der Schule gute bis sehr gute Leistungen, zeigt kaum Verhaltensauffälligkeiten wenn er genügend
Bewegung hat und seine Freizeitinteressen wahrnehmen bzw. ausleben kann; er möchte viel mehr Freizeitunternehmungen innerhalb
der Familie, z. B. Fußball spielen, Fahrrad fahren, ins Kino gehen.
• Frau S.: Sie hält zu Roy und nimmt ihn gegenüber der restlichen Familie in Schutz, ist sehr stolz auf ihn und hat noch relativ große Hoffnung, dass er sich ändert, ist längst an ihre Grenzen gestoßen und benötigt dringend Entlastung, wünscht sich eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Vater und Roy, hat Angst, dass Roy die Schule für
Erziehungshilfe verlassen muss (sie hat nur fünf Klassen).
• Herr S.: Er hat großes Interesse daran, dass seine Frau die Familie
nicht verlässt, möchte mehr Gemeinsamkeiten auf der Paarebene, hat
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