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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 63 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
3. Sozialräumliche Orientierung, Partiziption und Case Management in der Arbeit des ASD
Der mehrjährige Aufbau des Jugendamtes Dresden ließ bereits
1994 verfestigte, starre und aus den Altbundesländern übernommene Strukturen erkennen, was sich in Unabgestimmtheit der Aufgabenstellungen und der Arbeitsbereiche der unterschiedlichen Abteilungen der Stadtverwaltung und der freien Träger niederschlug. Des
Weiteren war die traditionelle und lebensweltferne Betreuungsarbeit
am Einzellfall der Sozialen Dienste sehr ausgeprägt, und es erfolgte
eine nur am Einzellfall stattfindende Kooperation mit anderen lokalen Akteurinnen. Die Zusammenarbeit mit freien Trägern der Jugendhilfe bzw. anderen Institutionen kam anfangs nur dann zustande, wenn es sich für den Einzellfall als notwendig erwies. Zu oft dominierte dann eine individuumzentrierte Sicht, die den betreffenden
Menschen losgelöst von seinem sozialen Umfeld betrachtete und ihn
zugleich auf seine Defizite »festnagelte«. Unter Umständen kam es
dadurch für die Sozialpädagoginnen zu einem unnötigen Arbeitsaufwand und für die Betroffenen häufig zu wenig zufrieden stellenden
Lösungen.
Dadurch entwickelten sich Mitte der 1990er-Jahre auf Stadtteilebene einzelne Projekte bis zu intensiven Vernetzungen zwischen den
ASDs, den freien Trägern der Jugendhilfe und anderen Akteurinnen
und Institutionen, womit flexible erzieherische Hilfen innerhalb der
bestehenden Angebote etabliert werden sollten. So wurde z. B. im ASD
Dresden-Neustadt 1996 die Idee geboren, als »Amt« flexibler auf die
Menschen in ihrem Sozialraum und in ihrer Lebenswelt ein- und zuzugehen, sie zu unterstützen und die lebensweltlichen Netzwerke so
gut wie möglich für professionelle Hilfe zu nutzen und nicht zu warten, bis Menschen an die Grenzen ihrer Alltagsbewältigung gestoßen
sind und den ASD als allerletzte Hilfemöglichkeit in Anspruch nehmen.
3. Lebensweltorientierte Arbeit des ASD:
Das Projekt »Spieltonne«
Innerhalb des Stadtteils Dresden-Neustadt fiel dem ASD 1996 in
einem Wohngebiet, welches sich durch eine sehr schlechte Wohnqualität auszeichnete, auf, dass dort ein sehr hoher Anteil von allein
Erziehenden lebte und sich zudem verstärkt kriminelle Kindercliquen
etablierten. In diesem Gebiet waren zudem so gut wie keine Jugendhilfeeinrichtungen vorhanden.
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