64 lines
2.6 KiB
Markdown
64 lines
2.6 KiB
Markdown
WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 59 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
|
|
|
|
2. Ein netzwerk- und sozialraumorientiertes Verfahren der Einleitung von Hilfen zur Erziehung
|
|
|
|
sionelle Einschätzung der Sozialarbeit) ein Ziel beschreiben und einen
|
|
gemeinsamen Weg wählen können.
|
|
Das dargestellte Verfahren ist sehr zeitaufwändig und intensiv. Die
|
|
bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass sich dieser hohe Zeitaufwand vor dem Hilfebeginn lohnt. In der Regel sind die angebotenen
|
|
Hilfen dann passgenauer und mehr an den Bedürfnissen der Nutzerinnen orientiert. Familie und Sozialarbeiterin sind schneller bei den
|
|
Themen, die vereinbarten Stunden werden effektiver genutzt, und es
|
|
wird genauer an den Hilfezielen gearbeitet. Die Zahl der Abbrüche von
|
|
Hilfen ist deutlich geringer geworden. Zudem können sehr viel mehr
|
|
Hilfen im Sozialraum realisiert werden, weil nicht nur die vorhandenen Angebote für eine Hilfe infrage kommen, sondern neue, kreative
|
|
Angebote entwickelt und umgesetzt werden können.
|
|
Die Chancen des neuen Verfahrens lassen sich folgendermaßen
|
|
zusammenfassen:
|
|
Adressaten/Adressatinnen
|
|
|
|
freie Träger
|
|
|
|
öffentlicher Träger
|
|
|
|
• passgenaue Hilfen
|
|
• personale Kontinuität
|
|
• Transparenz des Verfahrenes
|
|
• hohe Partizipierung der
|
|
Betroffenen
|
|
• Nachfrageorientierung statt
|
|
Orientierung an vorhandenen Angeboten
|
|
• Wunsch- und Wahlrecht
|
|
findet stärkere Berücksichtigung
|
|
|
|
• größtmögliche Sicherheit
|
|
der wirtschaftlichen Auslastung
|
|
• Aufträge werden gemeinsam entwickelt und nicht
|
|
durch das JA vorgegeben.
|
|
• Kooperation mit anderen
|
|
Trägern ist für nicht vorgehaltene Angebote möglich.
|
|
• Erweiterung der Angebote
|
|
aufgrund transparenter Bedarfe zeitnah möglich
|
|
|
|
• Verpflichtung der freien Träger für Angebote im Sozialraum
|
|
• Bedarfe für den Sozialraum
|
|
werden eher erkannt, und
|
|
Angebote können schneller
|
|
entwickelt werden.
|
|
• zeitnahe Umsetzung von
|
|
Hilfen
|
|
• weniger Abbrüche
|
|
• Umsetzung kreativer Ideen
|
|
und Entwicklung neuer Angebote
|
|
|
|
Durch das Verfahren entstehen aber auch Probleme, an deren Lösung
|
|
noch gearbeitet werden muss:
|
|
|
|
• Einerseits wird die Kooperation der freien Träger gefordert, andererseits treten sie in Konkurrenz um den Auftrag. Diese Konkurrenz
|
|
kann die Beziehungen belasten, vor allem wenn ein freier Träger
|
|
mehrere Male mit seinen Angeboten nicht zum Zuge gekommen ist.
|
|
• Die Angebote der freien Träger unterscheiden sich konzeptionell wenig voneinander, was es für die Familie schwierig macht, sich zu entscheiden.
|
|
• Träger haften an den versäulten Hilfeformen des KJHG und geben
|
|
sich zu wenig Spielraum für über den Maßnahmenkatalog des KJHG
|
|
|
|
59
|