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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 54 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Beate Tenhaken
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• Die Verbindung von zwei Grundpfeilern der Sozialen Arbeit – Parti-
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zipation der um Unterstützung nachfragenden Familie und professionelle Qualität des Hilfeangebotes – durch eine systematische, multiperspektivische und lebensweltorientierte Diagnose. Die Partizipation der Familie ist einerseits durch das erste Informationsgespräch
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der fallzuständigen Bezirkssozialarbeiterin mit der Familie, andererseits durch die Vorstellung der im Fachgremium formulierten Angebote und die Entscheidungsfreiheit der Familie gewährleistet. Die
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Qualität der Diagnose wird durch die sorgfältige Informationserhebung der Bezirkssozialarbeiterin, die kollegialen Fallbesprechungen
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im Jugendamt und bei den freien Trägern sowie die gemeinsame,
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durch die Fachdienstleiterin moderierte Beratung von Bezirkssozialarbeiterin und den Vertreterinnen der freien Träger gewährleistet.
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• Die Entwicklung eines die Komponenten des Unterstützungssystems
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berücksichtigenden Fallverstehens, an dem die drei Teilsysteme des
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Unterstützungssystems – Adressatinnen, Jugendamt und freie Träger – beteiligt sind. Dieses soll dann im Hilfeplan sich konkretisieren
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und in Handlungsoptionen umgesetzt werden.
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3. Fallbeispiel
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Um das beschriebene Verfahren zu veranschaulichen, möchte ich beschreiben, wie eine Hilfe zur Erziehung für die Familie Müller zustande gekommen ist.
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Herr und Frau Müller meldeten sich im Jugendamt und berichteten über Schwierigkeiten mit ihrem 13-jährigen Sohn Ralf. Dieser wohne mit seinem 17-jährigen Bruder Felix erst seit drei Monaten bei
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ihnen. Vorher hätten die Söhne von Herrn Müller aus erster Ehe bei
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seiner geschiedenen Frau gelebt. Seit der Trennung der Mutter von ihrem zweiten Ehemann wollten die Jungen nicht bei ihr bleiben und
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sind nach vielen Überlegungen zum Vater gezogen. Herr Müller ist
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ebenfalls wieder verheiratet und hat mit seiner jetzigen Frau zwei Kinder, ein dreijähriges Mädchen und einen sechsjährigen Sohn. Herr
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Müller hatte sich von der Mutter der beiden Söhne getrennt, als Ralf
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drei Jahre alt war. Er habe aber regelmäßig Kontakte zu seinen Söhnen
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unterhalten.
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Herr Müller beschrieb die Probleme mit seinem Sohn folgendermaßen: Ralf sei überhaupt nicht erzogen, was ein Versäumnis der
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Mutter sei. Er wisse sich bei Tisch nicht zu benehmen, nehme keine
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Rücksicht auf andere, lasse alle Sachen hinter sich liegen. Beim Aufstehen, Anziehen und Hausaufgabenmachen müsse man ständig hin54
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