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WR Jugendhilfe 1 05.book Seite 40 Mittwoch, 14. September 2005 7:25 19
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Wolf Ritscher
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durchzogenen Siedlungen mit kleinen Wohneinheiten erhöht das
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aggressive Potential in Familien, Kindergärten, Schulklassen und
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auf den Straßen selbst (siehe Mitscherlich 1967).
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• Deutschland ist seit den 1960er-Jahren ein Einwanderungsland. Diese Tatsache macht Integrationsangebote für Migrantinnen und ihre
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Familien erforderlich. Integrierte ausländische Familien würden die
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demografische Krise der rapide alternden deutschen Gesellschaft etwas mildern und könnten einen Beitrag zu einer weltoffenen Bundesrepublik und ihrer kulturellen Vielfalt leisten. Versagt sich unsere
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Gesellschaft dieser Aufgabe, wird dies die schon bestehenden sozialen Konflikte erheblich verschärfen. Das wird sehr viel Geld kosten,
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welches für Integrationsmaßnahmen besser angelegt wäre.
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• Politik zeigt sich zunehmend hilflos in dieses Gewirr von Widersprüchen und Anforderungen für nachhaltiges, entwicklungsförderndes
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Handeln verstrickt. Sie hat ihre Orientierungsfunktion für die Bürgerinnen verloren, tut aber so, als sei sie Herrin der Lage. Genau dies ist
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die Lebenslüge gegenwärtiger Politik – die Folge ist eine tief gehende
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Politikverdrossenheit. Als Gegentendenz müsste sich in der Politik
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neben der ihr von Luhmann zugeschrieben Leitdifferenz »Macht –
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Ohnmacht« (Luhmann 1986) eine Gegenlogik etablieren, die von der
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Idee der Nachhaltigkeit (Coenen u. Grunwald 2003; Kopfmüller et al.
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2001) getragen wird. Ihre Leitdifferenz könnte z. B. heißen »Integration vs. Ausgrenzung«. Langfristig ist dies auch ökonomisch klüger.
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Jugendhilfe hat mit all diesen Fragen ganz konkret zu tun. Denn immer mehr Kinder und ihre Familien sind davon betroffen und können
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wegen mangelnder materieller und kommunikativer Ressourcen die
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für alle Systeme notwendigen Entwicklungskrisen nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen. Darüber hinaus erfordern sie ein verstärkt
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präventives Arbeiten, z. B. im Rahmen von Schulsozialarbeit, kommunaler Jugendpflege, Streetworking.
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6. Jugendhilfe: Quo vadis?
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Wohin geht der Weg der Jugendhilfe? Hierzu einige Anmerkungen:
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• Die geschilderten Problemlagen führen zu einer paradoxen Situation:
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Einerseits entsteht ein größerer Bedarf an Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen. Dies bezieht sich nicht nur auf den präventiven Bereich,
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sondern auch auf Krisenbewältigung in Familien, die in eine Abwärtsspirale von Familienkrisen, Sozialisationsdefiziten, Bildungsbenachteiligung, Arbeitslosigkeit, Armut und Kommunikationsblockaden
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