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320
Welt auf, in der Ideen von demokratischer Teilhabe, von Gemeingütern und einer allen zugänglichen, gerechten Daseinsvorsorge
verwirklicht sind.“ (Gebauer/Trojanow 2018, S. 15). Überall sehen
wir Zeichen der Anteilnahme. Wir leiden mit anderen Menschen
und suchen Beziehung, weil das ein zutiefst menschliches Bedürfnis ist. Das ist erfreulich und es ist letztendlich zu wenig. Menschen
brauchen Entschleunigung und Stabilität, es ist nicht gut, psychisch
weiter über unsere Verhältnisse zu leben. Unsere Überlebensfähigkeit bedingt einen Wohlstandsverlust und die Besinnung auf das
Wesentliche; Sinnstiftung statt Wohlstand. Es ist die Solidarität, das
Miteinander, das mehr denn je zählt, damit jeder von uns physisch,
psychisch und wirtschaftlich so wenig Schaden wie möglich in dieser
Katastrophe nimmt. Wirkliche Solidarität bedeutet zu verhindern,
dass die wirtschaftlichen Folgen die existierende Ungerechtigkeit
vergrößern, und gemeinsam zu überlegen, wie Gemeinwesen wieder
zu einem demokratischen Ort werden. Ein Ort, an dem die Daseinsvorsorge für alle wichtig ist, und nicht z. B. die Privatisierung des
Krankenhauses zu Nutzen eines globalen Gesundheitskonzerns.
Tina Hanrieder, die Vorsitzende der Forschungsgruppe Globale
humanitäre Medizin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, schlägt neben dem Ausbau der Gesundheitssysteme, der
Entkopplung der Produktion öffentlicher Güter wie Medikamente,
Tests und medizinische Hilfsmittel vom Patentsystem, die Demokratisierung der Gesundheitswirtschaft und die Entkolonialisierung
der globalen Gesundheit vor (TAZ 30.04./01.05.2020, S. 12). Statt
mit unbegrenzten Krediten Unternehmen zu retten, wäre es sicher
sinnvoller, zum Schutze der Bevölkerung in der ganzen Welt die
bessere Ausstattung der Gesundheitssysteme mit der WHO gemeinsam zu organisieren. Die Ordnung der globalen Gesundheit
muss gegen privatwirtschaftliche Partikularinteressen, die Selbstentmachtung der Staaten und die häufig neokolonialen Verhältnisse
neu gestaltet werden. Ist es möglich, das Wirtschaftswachstum und
die damit einhergehende Umweltzerstörung dauerhaft zu bremsen?
Spätestens die Pandemie zeigt: „Die heutige Globalisierung
funktioniert nicht für die Armen auf der Welt. Sie funktioniert nicht
für die Umwelt. Und sie funktioniert nicht für die Stabilität der Weltwirtschaft“ (Joseph Stiglitz, Träger des Nobelpreises für Wirtschaft,