2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/319.md

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319
Schlussbemerkungen
Hanau, Arolsen, Halle, Syrien, die Not der Menschen an der
griechischen Grenze, wirklich, wir leben in finsteren Zeiten.
Während ich dieses Schlusswort schreibe, hält der Corona-Virus
die Welt in Atem und zeigt wie ein Brennglas auf die Wunden, die
Menschen schlagen. Die Ausbeutung anderer Länder schlägt auf
die Verursacher zurück. Nur durch die Globalisierung ist Corona
aus einer Epidemie zu einer Pandemie geworden. Die globale Ökonomie ist der Treiber bei der Verbreitung des Virus, sie ist es auch
bei der Klimakrise. Das globale Wachstumsmodell, die Hyperspezialisierung von Gütern und der Strom von Menschen, Gütern
und Kapital führen zu einer nicht gekannten Anfälligkeit und Verwundbarkeit unserer Zivilisation. Die Vermehrung der pathogenen
Viren ist menschengemacht durch Zerstörung des Gleichgewichtes
der Natur und z. B. die Massentierhaltung.
Corona macht nicht alle gleich. Die unerträgliche Ungerechtigkeit der real herrschenden Verhältnisse wird vielen Menschen
schneller den Tod bringen, z. B. in den Slums der Großstädte
oder in den Lagern, in denen Menschen aus Kriegs- und Armutsgebieten interniert wurden. Die Folgen von Privatisierungen z. B.
des Gesundheitssystems in den Diensten der Gewinnmaximierung
sind lebensbedrohend geworden.
Zugleich wird deutlich, wer wirklich systemrelevant ist. Die
Fundamente der Gesellschaft sind jetzt Krankenhäuser und die
Menschen, die diese aufrechterhalten, Einrichtungen der Altenpflege, Lebensmittelversorger, Pädagog*innen/Erzieher*innen
in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, Einrichtungen für
Wohnungslose, die Tafeln etc. Der globale Neoliberalismus, den die
Eliten überall nutzen, um in allen Lebensbereichen ihren Reichtum
zu mehren, steht zur Diskussion.
Doch vielleicht gibt es Hoffnung: „Wenn Menschen in Not die
Initiative ergreifen das haben wir immer erfahren , wenn sie sich
selbst organisieren, dann scheinen die Grundzüge einer anderen