2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/308.md

31 lines
1.8 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains ambiguous Unicode characters

This file contains Unicode characters that might be confused with other characters. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

308
beginnen. Sie bedarf auf jeden Fall einer sorgsamen Unterstützung
der professionellen Helfer*innen durch Bereitstellung von Fachwissen und Räumen für Selbstreflexion und Reflexion der Netze
(auch Basedow/Peters 2019).
Und hier wird deutlich, die Entwicklung einer traumasensiblen
Organisationskultur braucht einen langen Atem: „Bevor die Notwendigkeit der Veränderung akzeptiert und integriert werden kann,
wird […] vorausgesetzt, dass den Menschen Möglichkeiten und
zeitliche Ressourcen für das Einüben und Ausprobieren von neuen
Verhaltensweisen zur Verfügung gestellt werden.“ (Schirmer 2013,
S. 245). Denn damit werde die Bereitschaft geweckt, eigene Werte
und Verhaltensweisen infrage zu stellen. Und es sei eine hohe Kunst,
das Tempo nicht von äußeren Faktoren wie Kostendruck und Belegungsnotwendigkeiten abhängig zu machen.
Auf die Leitungsebene kommt eine zentrale
Gestaltungsaufgabe zu
Einrichtungsleitungen, die Erkältungskrankheiten, vermehrte
Infekte, Rücken- und Kopfschmerzen und Zähneknirschen als Warnsignale für ein drohendes Burnout und dauerhaften Übererregung
als bedrohlich wahrnehmen, handeln verantwortlich. Ihnen obliegt die Sorge und die Verantwortung, traumapädagogische Grundhaltungen und traumapädagogische Arbeitsweisen lebendig und in
einem partizipativen Prozess umzusetzen. Elementar ist deshalb, ob
alle Leitungsebenen ein tiefgreifendes traumapädagogisches Verständnis besitzen und sie selbst als positives Vorbild dienen können
(Basedow/Peters 2019, S. 5).
Auf die Haltung auch der Leitung kommt es an
Die in Kapitel 6 beschriebene traumapädagogische Haltung ist vielen
Gefahren ausgesetzt. Wenn die zu erledigenden Aufgaben zu viel
werden, ist es nicht immer möglich, hinter den Verhaltensweisen
der Mädchen und Jungen den Guten Grund zu sehen. Wenn das