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301
Curriculum für die Weiterbildung zum/zur TraumaPädagog*in
und Traumafachberater einer Hierarchisierung entgegenzuwirken.
Fort- und Weiterbildungen können jedoch keine kontinuierliche
Praxisbegleitung ersetzen. Diese ist notwendig, um die Professionalität
im Umgang mit Kindern wie Philipp und Jana zu sichern: „In den
Supervisionen geht es immer wieder darum, die Geschichte dieser
Kinder und Jugendlichen zu verstehen und ihre oft grausam tiefen
Verletzungen aufgrund von physischer, psychischer bzw. sexueller
Gewalt nachzuvollziehen.“ (Gotthardt-Lorenz/Steinhardt 2015,
S. 209) Die belastenden Erfahrungen würden am eigenen Leibe gespürt und können die persönliche Integrität der Mitarbeiter*innen
erschüttern (ebd., S. 211). Möglichkeiten der Reflexion im Rahmen
von Supervisionen sind also unabdingbar. Manchen Kolleg*innen
wird es so möglich sein, tabuisierte Gegenreaktionen, Belastungen
wie stellvertretende Traumatisierungen und Verwicklungen in das
eigene Kinderschicksal im Rahmen der Teamsupervision innerhalb der Institution zu thematisieren, andere brauchen den Schutz
ihrer Intimität durch einrichtungsferne Supervision. Und wie die
Kolleg*innen in meiner Untersuchung berichteten, erfordert diese
Supervision Feld- und Grundkenntnisse (14.3).
16.2 Die Einrichtung als so weit als möglich sicherer Ort
Der Arbeitskontext Trauma und Gewalt benötigt selbstreflexive
Akteure und Einrichtungen. Einrichtungen, in denen eine traumapädagogische Haltung zum Leitbild gehört, können Kraftorte in
diesem Sinne werden. Sie werden ein so weit als möglich sicherer
Ort auch für die Mädchen und Jungen , wenn alle beteiligten
Helfer*innen im Blick sind, weil „[…] die Einführung traumapädagogischer Konzepte nur gelingen kann, wenn die Mitarbeiter*innen in sehr starkem Maße beteiligt werden und die
Veränderungsprozesse durchgängig transparent und in einem
wohldosierten Tempo auf allen Ebenen der Institution erfolgen.“
(Schirmer 2013, S. 242). Dabei sind die Rahmenbedingungen und
institutionellen Strukturen gefordert. Diese bestimmen in entscheidendem Ausmaß die Bewältigungschancen der Mädchen