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seine Freiheit zu behaupten und seinem eigenen Leben eine bestimmte Form zu geben, in der man sich anerkennen und von den
anderen anerkannt werden konnte […]“ (Foucault 2013, S. 282).
Foucault verbindet heute die Selbstsorge mit der Selbsterkenntnis
und der Anerkennung des Anderen. Auch in den Jahren sozialstaatlicher Stabilität, eines kurzzeitig recht gut funktionierenden
Sozialstaatskapitalismus schloss die Sorge um sich selbst die Sorge
um andere Menschen als eine Form des fürsorglichen Handelns
auf ethischer Grundlage und in dem Wissen um den Wert von Beziehungen in unterschiedlichsten Strukturen ein (Böhnisch/Schroer
2007, S. 47 ff.). Heute ist der Begriff Selbstsorge verbunden mit
Selbstoptimierung als Anpassung an bestehende Verhältnisse. In
Anknüpfung an Foucault meine ich die Selbstsorge als Schlüssel
zu einer biografischen Identitätsperspektive, die die Hinwendung
zum anderen einschließt und als gesellschaftliche Praxis fordert.
Selbstsorge und Selbstreflexion ermöglichen, sich unabhängiger
von gesellschaftlichen Anforderungen zu bewegen und der eigenen
Existenz eine Ästhetik zu geben, die uns davor bewahrt, andere beherrschen zu wollen (Foucault 2013).
Selbstsorge in der Begleitung traumatisierter Menschen erfordert ein Denken über die bisherige Burnout-Forschung hinaus.
Die Empfehlung zur Verhinderung von Burnout Arbeit und Freizeit
zu trennen, erscheint mir unreflektiert und nicht unbedingt das
Interesse aller Pädagog*innen zu sein:
„Ich lese jede Menge. Aber zwischendrin lese ich immer wieder Literatur über
traumatisierte Kinder. Ansonsten versuche ich schon meine Freizeitgeschichten
in anderen Bereichen zu machen. Aber auch da: Ich mache die Grundschulbücherei. Bei bestimmten Verhaltensweisen von Kindern spreche ich die
Lehrerin darauf an. Man hat einfach seine Sichtweise.“
Sie erlebt die Verbindung von Beruf und Freizeit als Merkmal ihrer
Authentizität. Für sie scheint Selbstsorge, die nicht auf Trennung
von Privatleben und Beruf abzielt, eher Zufriedenheit und Ausgeglichenheit zu sichern. Andere Pädagog*innen wiederum können
Berufliches und Privates nicht trennen: