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Die Pädagog*innen sorgen sich um die Mädchen und Jungen, die
sie vielleicht zu früh ohne Unterstützung in eine unsichere Zukunft
entlassen müssen (Weiß/Sauerer 2018a, S. 166 ff.). Weitere handlungsleitende einseitige Interpretationen von Normen der Jugendhilfe tragen zur Verunsicherung der professionellen Helfer*innen
bei: Eine einseitige Interpretation des § 37, SGB 8 bevorzugt die
Rückkehroption. Gute Unterbringungen sind möglichst kurz.
Wie aber ist dann eine konstante Beziehung als Grundlage der
Korrektur traumatischer Erfahrungen zu realisieren? Zu diesen
einschränkenden Vorannahmen zähle ich auch die Behauptung,
die Beschäftigung mit der Vergangenheit stigmatisiere die Mädchen
und Jungen: Wie soll dann Vergangenheitsbewältigung geschehen?
Größte Verunsicherung aber ruft die Frage hervor, welche Zukunft
überhaupt eine im Sinne der Mädchen und Jungen parteiliche
Jugendhilfe hat angesichts um sich greifenden Sparmaßnahmen
und des Rückzuges des Staates aus der sozialen Verantwortung.
Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist immer dann schwierig,
wenn die dort Tätigen die Mädchen und Jungen aus herausfordernden
Lebensumständen nicht und ihre Akkomodationsmechanismen
als Unwillen verstehen. Auch eine gute von Respekt getragene Zusammenarbeit mit Kinder- und Jugendpsychiatrien ist eher noch
zu entwickeln. Da jedoch die Kontakte immer häufiger notwendig
werden, führt das derzeit oft zu Spannungen, die der medizinische
Apparat manchmal mit Überhöhung erledigt.
14.5 Gesellschaftliche Engführungen
Gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen auf tiefgreifende
Weise die Situation von Kindern und Jugendlichen aus herausfordernden Lebensumständen. Ihre Entwicklungsproblematiken
sind eingebettet in Phänomene der Zweiten Moderne. Die Auflösung herkömmlicher Strukturen wie verwandtschaftliche Bezüge,
die Veränderung der Familie markieren Eckpunkte, in denen Kindheit und Jugend neu definiert werden muss. Und sie verändern die
Bedingungen von ungeschützten Kindern, die zwar einerseits einer
offeneren Gesellschaft gegenüberstehen und andererseits durch