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„Ich wünsche mir, dass ich eine gute Beziehung zu den Kindern bekomme, dass
ich den Kindern was mitgeben kann. Ich hatte auch Größenfantasien: Endlich
bin ich jetzt da, und jetzt machen wir das.“
„Das Gefühl, ich muss allen helfen, und ich muss ganz viel da sein, weil gerade
dieses Kind mir so wichtig ist.“
Sie missachten bei ihrem Beziehungsangebot ihre eigenen Grenzen:
„Ich möchte mit Kindern und Jugendlichen auf eine ganz intensive Art und
Weise arbeiten, weil das Kind neue Beziehungserfahrungen machen kann.“
Möglicherweise können Julia, Sabine und Michael dieses Angebot
nicht annehmen. Sie wollen nach Hause. Ihre Fähigkeit zu vertrauen,
ist stark beschädigt. Philipp kennt das Angebot zu vertrauen nur in
Kopplung mit sexuellem Missbrauch. Die Pädagog*innen wiederum
berichten resigniert und ungehalten von diesem Mangel an Vertrauen:
„Anna hat dann so in den Sack gehauen. Ich war enttäuscht, nach allem, was
wir für sie getan haben.“
Ihre Gegenreaktion entpuppt sich als Bindungsfalle (Schleiffer
2009). Es entsteht ein Gefühl der Vergeblichkeit, weil sie die Möglichkeiten der Vertrauens- und Bindungsfähigkeit von Anna nicht auf
dem Hintergrund ihrer lebensbiografischen Hintergründe versteht.
Das Gefühl von Vergeblichkeit ist vielleicht auch eine Gegenreaktion
auf Annas Gefühle. Aufgrund von überhöhten Erwartungen entstehen Zweifel an der eigenen Handlungswirksamkeit (7.3).