27 lines
1.7 KiB
Markdown
27 lines
1.7 KiB
Markdown
272
|
||
|
||
Scheiße“ kommentiert eine Pädagogin die Häufung sexueller Gewalterfahrungen der Mädchen. Andere sind darüber schockiert, was
|
||
Kinder in den wenigen Jahren ihres Lebens ertragen müssen. Die
|
||
Pädagog*innen sind manchmal einfach handlungsunfähig:
|
||
„Also, wenn ich die Akte von Müllers gelesen hätte, mit dem, was den Kindern
|
||
widerfahren ist, weiß ich nicht, ob mich das in meinen Gefühlen nicht eingeschränkt hätte. Ich hätte vor lauter Mitleid die Kinder dahinter gar nicht
|
||
mehr gesehen.“
|
||
|
||
Der Einfluss auf das Privatleben ist signifikant. Eigene Normen
|
||
und Werte verändern sich. Für die Pädagog*innen trifft zu, dass
|
||
das Privatleben weniger privat und die Freizeit weniger frei als in
|
||
anderen Berufen ist. Die Arbeit spielt in der Beziehung zum Lebenspartner eine große Rolle, das Leben mit eigenen Kindern wird beeinflusst:
|
||
„Man lebt etwas anderes und vermittelt auch seinen eigenen Kindern manches
|
||
anders. Manchmal stinkt ihnen das: ‚Ihr redet doch nur über die Arbeit.‘ Letzten
|
||
Endes kann man das nicht rauslassen. Das hat unsere ganze Familie geprägt.“
|
||
|
||
Eine kontraphobische Beschäftigung mit der Thematik sexuelle
|
||
Gewalt beeinflusst die Wahl des Freundeskreises:
|
||
„Zeitweise war ich nur mit Leuten zusammen, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Ich habe Dramen erzählt, mit denen ich viele erschreckte.“
|
||
|
||
Die Aufnahme eines Pflegekindes verändert das bisherige Leben
|
||
nach innen. Trotz ausführlicher Einführung sei dies viel schwieriger
|
||
als vorgesehen. Sie verändert das bisherige Leben nach außen. Die
|
||
Pflegeeltern erleben neben Bewunderung auch Unverständnis, Ablehnung bis hin zu Rückzug von langjährigen Freunden (Eberhard/
|
||
Eberhard 2002).
|