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Raw Blame History

270 Eine Pädagogin der Wohngruppe, in der Jana lebt, kündigt ihre Stelle, weil sie Jana die Zuwendung, die sie selbst als Kind nie bekommen hatte, neidet. Sie hat ihre Verwicklung erkannt und gehandelt.

Verwicklungen, die bewusst werden, dienen der Selbstsorge und schützen die Kinder und Jugendlichen. Mit der Reflexion der biografischen Erfahrungen kann die Gefahr, dass traumatisierte Mädchen und Jungen von professionellen Helferinnen zur Bearbeitung selbst erlebter Traumata benutzt werden, eingeschränkt werden. Die Reflexion des eigenen Kinderlebens ist eine Voraussetzung dafür, dass die traumatischen Erfahrungen der Mädchen und Jungen nicht durch eine (unbewusste) Abwehr der Pädagoginnen verleugnet oder nicht wahrgenommen werden. Ein bewusster Umgang mit der eigenen Kindheitsgeschichte kann die Einfühlung in die Mädchen und Jungen erleichtern: „Ich kann mich noch so gut erinnern, wie man sich fühlt, wenn man so eine Kindheit hat. Ich denke, ich kann das ganz gut.“

Der bewusste Umgang mit der eigenen Kindheitsgeschichte verhindert die Verfestigung von belastenden Verhaltensmustern und dient der Psychohygiene in belastenden Arbeitssituationen. Damit ist nicht gemeint, dass das Kinderleben durchgearbeitet ist. Ich muss wissen oder ahnen, welche meiner Verhaltensweisen vor allem mit meiner Geschichte zu tun haben und dies reflektorisch in angemessene Pädagogik übersetzen. Dieser bewusste Umgang mit dem eigenen Kinderleben vergrößert die innere Freiheit.

14.3 Trauma ist ansteckend „Trauma ist ansteckend“, so beschreibt Herman (1993, S. 193) einen Aspekt der Beziehung von traumatisierten Menschen und ihren Bezugspersonen. Die Lebensgeschichten chronisch traumatisierter Mädchen und Jungen sind aufgrund der Schrecken und der Missachtung des Kindes als Subjekt ein Angriff auf das innere System der Bezugspersonen. Unerträgliche Vorstellungen und Gefühle können