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Institution können diese Verhaltensweisen der Pädagog*innen oft
nicht wahrgenommen werden, auch weil die professionelle Bearbeitung eigener emotionaler Betroffenheiten weder in vielen Ausnoch Weiterbildungen stattfindet (Weiß 1999, S. 75 ff.).
Dass die Beanspruchung durch ungewohntes Verhalten hoch
ist, zeigt eine Studie zur Prävalenz psychischer Störungen in der
stationären Jugendhilfe. 60 % der Kinder und Jugendlichen erfüllten
die Diagnosekriterien für eine, 37,7 % für mehrere psychische
Störungen (Schmid 2007). Die Herausforderungen sind wahrscheinlich für Pflegeeltern noch größer. Sie konzentrieren sich auf weniger
Menschen in einem kleineren räumlichen Setting. Und so verwundert nicht, dass das Aktionsforschungsprojektes für psychisch
traumatisierte Kinder und Jugendlichen in sozialpädagogisch und
psychotherapeutisch betreuten Pflegefamilien zu dem Schluss
kommt, die Pflegekinder fordern existenziell heraus (Eberhard/
Eberhard 2002, S. 49). Eine traumasensible, ausreichende Begleitung
muss gerade für Pflegefamilien von der öffentlichen Jugendhilfe
gewährleistet werden.
Das Unverständnis schwieriger Verhaltensweisen kann dazu
führen, dass die Pädagog*innen den Kontakt zu Kindern wie Philipp
und Jana verlieren. Um sich selbst zu entlasten, werden die Kinder
vielleicht als nicht haltbar, unmöglich, undankbar etc. eingestuft.
Doch damit wird auch die eigene Handlungswirksamkeit massiv
eingeschränkt: „Wer ausschließlich die gesellschaftlichen Verhältnisse, irreversible pathologische Prozesse oder eine psychiatrische
Erkrankung als Ursache annimmt, hat sich aus der Erziehungsarbeit
verabschiedet. Sie können sich dann gut die eigene Erfolglosigkeit
erklären, aber sie haben einen Verlust der Kontrolle im kontrollpsychologischen Sinn erlitten: Die Überzeugung, Wirkungen durch
eigene Handlungen erzielen zu können, ist gebrochen“ (Wolf 1998,
S. 49). Die berufliche Identität ist in Frage gestellt.
14.2 Die Bedeutung biografischer Erfahrungen
Die Themen, die die Kinder in den pädagogischen Alltag mitbringen,
lassen sich aus keinem Leben ausgrenzen. Sie berühren immer