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Der Umgang mit sexualisierten Bewältigungsstrategien
Auch zu sexualisierten Bewältigungsstrategien sind in der Praxis zu
wenige Handlungsstrategien bekannt:
Es gäbe „[…] große fachliche Unsicherheiten wie bei einem […]
sexuellen Missbrauch vorzugehen ist […]“, die dazu führen, dass
„[…]in vielen Hilfeverläufen eine mögliche sexuelle Gewalterfahrung weder angegangen noch bearbeitet wird.“ (Baur et
al. 1998, S. 85)
Verhaltensweisen, die die Mädchen und Jungen als Überlebensstrategien entwickelt haben, werden aus Unkenntnis der
Dynamik sexueller Gewalt abgewertet, es kommt zu Sekundärschädigungen, pädagogischer Einengung und Kontrolle (Weber/
Rohleder 1995).
Praktizierte Sexualpädagogik und geschlechtsrollenreflektierte
Pädagogik findet in den meisten Heimen nicht statt. Sie fallen
der Zeit oder anderem zum Opfer (DJI 2006, Kap. 11, 12).
Weil trotz der Enttabuisierung in nicht wenigen Einrichtungen
immer noch pädagogische Konzepte fehlen, sind die Pädagog*innen
im Umgang mit diesen Verhaltensweisen auf individuelles Aushandeln angewiesen. Die Gefahr ist groß, durch unreflektiertes,
moralisches Handeln den Kontakt zu den Mädchen und Jungen
zu verlieren. Dies gilt gleichermaßen für den Umgang mit Kindern
und Jugendlichen, die sich prostituieren oder die sexuell übergriffig
werden, bzw. bereits Täterstrategien entwickelt haben. Die konflikthafte Verstärkung durch Nichtwissen, Unverständnis oder durch
Gegenreaktionen der Pädagog*innen können andere alte Erlebnisinhalte der Kinder wie Schuldgefühle, Selbstunwert, Scham und
Angst festigen. Die Spirale von Unverständnis und Verstrickung
kann zur Handlungsunwirksamkeit führen.
Aggressives und sexualisiertes Verhalten fordert die Päda­
gog*innen offenbar besonders. Aggressives Verhalten der Mädchen
und Jungen kann aggressives, zuweilen gewalttätiges Verhalten der
Pädagog*innen provozieren, was nicht selten in den Teams nicht
besprochen wird. Sexualisiertes Verhalten fordert heraus und
führt immer wieder zur Abwehr der Mädchen und Jungen. In der