31 lines
1.7 KiB
Markdown
31 lines
1.7 KiB
Markdown
265
|
||
|
||
14.1 Die Konfrontation mit schwierigem Verhalten
|
||
Die Geschichten der Mädchen und Jungen aus herausfordernden
|
||
Lebensumständen materialisieren sich in schwierigen und ungewohnten Verhaltensweisen. Möglicherweise verursacht das
|
||
normale Verhalten eines Kindes, das in sexuelle Misshandlung
|
||
verwickelt ist, Abneigung und Vorurteile bei Bezugspersonen.
|
||
Verwirrende → Akkomodationsmechanismen wie Heimlichkeit,
|
||
Verstrickung der Kinder, abgestrittene und widersprüchliche Berichte über die traumatischen Erfahrungen, Übertragungen auf
|
||
der Opfer- oder Täterseite und die beeinträchtigte Fähigkeit der
|
||
Mädchen und Jungen zu vertrauen, belasten die Bezugspersonen
|
||
bis an die Grenze dessen, was noch psychisch zu tragen ist. Die
|
||
Konfrontation mit Verhalten auf der Opfer- oder Täterseite stellt sie
|
||
vor Bewährungsproben, konfrontiert sie doch auch mit eigener Hilflosigkeit. Durch Verhaltensweisen wie Prostitution und Missbrauch
|
||
von Schwächeren werden zentrale Werte und Normen des menschlichen Lebens in Frage gestellt. Oft sehen die Pädagog*innen dieses
|
||
Verhalten nicht als ‚normale Reaktion auf eine unnormale Kindheit‘,
|
||
sie werten es als einen Angriff auf ihre pädagogische Integrität und
|
||
auf persönliche Wertvorstellungen:
|
||
„Wieso prostituiert die sich, die braucht das doch nicht mehr.“14
|
||
|
||
Meine Studie über den Umgang mit belastenden Verhaltensweisen
|
||
verdeutlicht, dass manche Handlungsstrategien der Pädagog*innen
|
||
sowohl die Belastungen der Kinder als auch ihre eigenen Belastungen verstärken.
|
||
|
||
Der Umgang mit Aggression
|
||
|
||
Nicht wenige Reaktionen auf Aggression dienen der notwendigen
|
||
Begrenzung und dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und den
|
||
14 Diese und alle folgenden Aussagen von Pädagog*innen stammen aus meiner
|
||
Studie 1999.
|