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Laura ist sehr unsicher. Mal bekommt sie Geld, mal geht sie einfach so mit.
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Martin will das Geld für seine Unabhängigkeit verdienen. Beide lehnen dennoch
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die Überlebensstrategie des sich Prostituierens ab. Laura glorifiziert die Ehefrauund Mutterrolle und wertet ihr eigenes Tun ab. Sie verurteilt sich dafür, dem
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gängigen Frauenbild nicht gerecht zu werden und hält sich für verachtenswert.
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Martin redet geringschätzig über sich, der Zweck heilige jedoch die Mittel. Auch
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Martin schämt sich, dem gängigen Männerbild nicht zu genügen. Weil er sich
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prostituiert und seine Freier Männer sind, sei er kein richtiger Mann.
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Sie können ihre Strategien nicht als Suche nach etwas Verlorenem,
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nach Zuwendung verstehen. Martin hat sich prostituiert, um Geld
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zu bekommen, Laura hat sexuelle Gewalt als Möglichkeit von Einflussnahme und Zuwendung erfahren. Erst die verständnisvolle
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Reaktion von Pädagog*innen, die die Mädchen und Jungen dabei
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unterstützen, den eigenen lebensbiografischen Zusammenhang zu
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verstehen, hilft ihnen, zum Subjekt ihres eigenen Tuns zu werden.
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Alle diese sexuellen Verhaltensweisen rufen weitere Verletzungen, negative Reaktionen und Ablehnung in besonderem
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Maße hervor. So schwer es den Pädagog*innen in dem gegebenen
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Moment auch manchmal erscheinen mag, ist es notwendig, so
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schnell wie möglich verstehend zu intervenieren und Grenzen zu
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setzen. Das gemeinsame Verstehen stärkt die Selbstbewusstheit,
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minimiert Sekundärschädigungen und ermöglicht Verhaltensänderungen von Kindern und Jugendlichen wie Michael, Philipp,
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Maria, Marc und Laura.
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Schlussendlich
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Die Entwicklung einer flexiblen, selbst- und fremdschützenden und
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selbststärkenden Geschlechterrolle ist eine wesentliche Korrektur
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der Einschränkungen, die durch traumatische Erfahrungen entstanden sind und deshalb zentraler Inhalt der Selbstbemächtigung.
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Ziel muss immer die Minimierung von Reviktimisierungen sein.
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Dies fordert die professionellen Bezugspersonen in besonderer
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Weise: Männer und Frauen, die in Kenntnis ihrer geschlechtsbezogenen Orientierungsfunktion diese Inhalte umsetzen wollen,
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