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Wenn die Pädagoginnen die Sexualisierung der Berührungen
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thematisieren, schützen sie ihre eigenen Grenzen und erhalten
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ihre Handlungsfähigkeit. Laura muss wissen, was die Pädagoginnen
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stört. Nur das gemeinsame Verstehen hilft ihr, ihr fremd- und
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selbstschädigendes Verhalten einzuordnen und zu ändern. Dieses
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Aussprechen hat Vorbildfunktion. Die Pädagoginnen sind Modell:
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Wenn sie sexualisierte Berührungen dulden, können sie Laura und
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die anderen Mädchen und Jungen kaum im Üben von sexueller
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Selbstbestimmung unterstützen. Das Ansprechen ist eine Gratwanderung, Laura soll spüren, dass sie respektiert und verstehend
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betrachtet wird, sie soll auch lernen, dass eine Sexualisierung der
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Kontakte zwischen erwachsenen Bezugspersonen und Abhängigen
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nicht möglich ist.
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Übergriffige Kinder und Jugendliche
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Sexuelle Grenzüberschreitungen zwischen Kindern und Jugendlichen sind Alltag in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe.
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Möglicherweise werden diese Verhaltensweisen tabuisiert, weil man
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um den Ruf der Einrichtung fürchtet. Doch sind gerade ein sicherer
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und konsequenter Umgang der Pädagog*innen mit sexuellen Übergriffen ein notwendiger Schutzfaktor für die Opfer und für die ‚Täter‘.
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Die Interventionen sollen dem Schutze der Opfer dienen, sie sollen
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aber auch eine Verfestigung von sexuell aggressiven Verhaltensmustern verhindern. Täterprävention ist auch, auf sexualisierte
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Sprache, Berührungen etc., also auf die alltägliche sexualisierte
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Gewalt zu reagieren. Nichtreaktion provoziert eine Verfestigung
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des Verhaltens. Michaelis und Lüüs erprobten in ihrer Einrichtung
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eine ‚zielorientierte professionelle Pädagogik‘, in deren Zentrum
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eindeutige Aussagen der Einrichtung zu sexueller Gewalt bei jeder
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Aufnahme eines Mädchens oder Jungen stehen. Sexualisierte Gewalt
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wird nicht geduldet, verbale Grenzverletzungen werden in Gruppennachmittagen thematisiert. Mithilfe der Gruppenpädagogik setzen
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sie zur Prävention sexualisierter Gewalt in koedukativen Wohngruppen bei der Veränderung der Kommunikationsmuster an
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(Michaelis/Lüüs 1999, S. 109 ff.).
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