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Die Schwierigkeiten der Geschlechterpädagogik in der
Kinder- und Jugendhilfe
Jugendhilfe ist noch immer ein Frauenbereich in Männerhand und
die Forderungen der Sechsten Jugendberichtskommission nach
genderbewusster Pädagogik noch immer unerfüllt. Die Forschungsarbeit des DJI „Gender Mainstreaming in der Kinder- und Jugendhilfe, 20022006“ bilanziert „[…]eine Fülle unterschiedlicher Aktivitäten, lässt aber auch Hindernisse im Prozess der Implementierung
sichtbar werden, die von verbaler Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre über mangelnde Unterstützung durch
die Leitung bis hin zu harten Fakten wie etwa Einstellungsstopps
reichen“ (DJI 2006, S. 18 ff.). Die Umsetzung sei bei den Mühen
der Ebenen angelangt, d. h. vielfältige Interessen, Ziele, Funktionen,
Absichten, persönliche Erfahrungen, Emotionen, Konkurrenzen,
hierarchische Strukturen, Koalitionen usw. spielen eine Rolle in
Veränderungsprozessen, die offensichtlich nicht einfach sind. Für
die konkreten Einrichtungen halte ich auf dem Hintergrund der beschriebenen Komplexität die Anregung von Reinhard Winter immer
noch für hilfreich. Er schlägt vor, einen anderen Problembegriff zu
entwickeln, der danach fragt, was Mädchen und Jungen Probleme
bereitet, was sie in Widersprüche bringt und wer daran etwas ändern
kann (Winter 2001). Die Selbstbilder und Problemdefinitionen der
Mädchen oder der Jungen sollen thematisiert werden. Es geht vor
allem auch darum, die konkreten lebensbiografischen Erfahrungen
der Mädchen und Jungen von Ohnmacht und Macht im Kontext
ihrer Geschlechtszugehörigkeit zu thematisieren.
11.2 Emanzipative Sexualpädagogik
Mädchen wie Jungen beschreiben Heimerziehung als keine große
Hilfe für ihre sexuelle Entwicklung. Wenn die Jugendlichen Beziehungen aufnehmen, die auch sexuelle Aspekte haben, erfahren sie
selten die Unterstützung ihrer Betreuer*innen (Wieland 1992, auch
Projekt Ich bin sicher 2016 https://www.diebeteiligung.de/schutzkonzepte/projekt-ich-bin-sicher/, Abfrage 01.09.2023). In einigen