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doppelt so hoch wie bei den lesbischen, schwulen, bisexuellen und
orientierungs*diversen Jugendlichen.“ (DJI 2015, S. 12). Diese Zeit
gestaltet sich für die meisten als eine schwierige Zeit: „Drei Viertel
der befragten Jugendlichen befürchten von Freund*innen abgelehnt
zu werden (74 %). Sieben von zehn haben Angst vor Ablehnung
durch Familienmitglieder (69 %). Zwei Drittel befürchten verletzende Bemerkungen oder Blicke (66 %) und weit über die Hälfte
der Jugendlichen nimmt an, dass ein Coming-out zu Problemen im
Bildungs- und Arbeitsbereich führt (61 %). Mehr als ein Drittel der
Jugendlichen (37 %) hat Angst vor sexuellen Beleidigungen oder
Belästigungen.“ (ebd., S. 13) Die Jugendlichen belastet vor allem
die Frage, wie sie ihre sexuelle Orientierung leben sollen. Sie sorgen
sich um eine Ablehnung im Freundeskreis. Aus Angst sprechen sie
nicht über ihre Gefühle, obwohl sie sich emotionalen Rückhalt,
Informationen und Räume für eigenes Engagement sehr wünschen.
„Die Kompetenz, sich Informationen zu beschaffen sowie sich mit
anderen Personen zu vernetzen bzw. in Kontakt zu treten, ist somit
eine wichtige, förderliche Bedingung dafür, dass ein Coming-out
im Sinne der Jugendlichen positiv verlaufen kann.“ (ebd., S. 28)
LGBT-Jugendliche haben keine greifbaren Vorbilder. Sie
werden groß in einer Welt, die in zwei Geschlechter mit jeweils
unterschiedlichen Rollenfestlegungen unterteilt ist. Dies führt
nicht selten zur Abwertung oder gar Mobbing. Gleichgeschlechtliches oder geschlechtsuntypisches Verhalten werden oft lächerlich gemacht, Du bist ja schwul ist als Schimpfwort oft zu hören:
„Kinder und Jugendliche benutzen schwul und lesbisch oft
als abwertende Begriffe, ohne zu wissen, was die Wörter eigentlich bedeuten […]. Viele Schimpfwörter dienen zudem dazu, die
Geschlechterrolle zu kritisieren und rollenkonformes Verhalten einzufordern.“ (Kugler 2017, S. 366). Sie erleben negative Reaktionen
in ihrem Freundeskreis, von ihren Eltern und im sozialen Nahraum. Nach amerikanischen und britischen Untersuchungen sind
LGBT-Jugendliche in Zusammenhang mit familiären Konflikten
signifikant deutlich eher gefährdet, obdachlos zu werden! Ihre
hohe psychosoziale Belastung ist mittlerweile durch Studien belegt, die Auswirkungen reichen von Lernproblemen, Angst und