32 lines
2.3 KiB
Markdown
32 lines
2.3 KiB
Markdown
223
|
||
|
||
doppelt so hoch wie bei den lesbischen, schwulen, bisexuellen und
|
||
orientierungs*diversen Jugendlichen.“ (DJI 2015, S. 12). Diese Zeit
|
||
gestaltet sich für die meisten als eine schwierige Zeit: „Drei Viertel
|
||
der befragten Jugendlichen befürchten von Freund*innen abgelehnt
|
||
zu werden (74 %). Sieben von zehn haben Angst vor Ablehnung
|
||
durch Familienmitglieder (69 %). Zwei Drittel befürchten verletzende Bemerkungen oder Blicke (66 %) und weit über die Hälfte
|
||
der Jugendlichen nimmt an, dass ein Coming-out zu Problemen im
|
||
Bildungs- und Arbeitsbereich führt (61 %). Mehr als ein Drittel der
|
||
Jugendlichen (37 %) hat Angst vor sexuellen Beleidigungen oder
|
||
Belästigungen.“ (ebd., S. 13) Die Jugendlichen belastet vor allem
|
||
die Frage, wie sie ihre sexuelle Orientierung leben sollen. Sie sorgen
|
||
sich um eine Ablehnung im Freundeskreis. Aus Angst sprechen sie
|
||
nicht über ihre Gefühle, obwohl sie sich emotionalen Rückhalt,
|
||
Informationen und Räume für eigenes Engagement sehr wünschen.
|
||
„Die Kompetenz, sich Informationen zu beschaffen sowie sich mit
|
||
anderen Personen zu vernetzen bzw. in Kontakt zu treten, ist somit
|
||
eine wichtige, förderliche Bedingung dafür, dass ein Coming-out
|
||
im Sinne der Jugendlichen positiv verlaufen kann.“ (ebd., S. 28)
|
||
LGBT-Jugendliche haben keine greifbaren Vorbilder. Sie
|
||
werden groß in einer Welt, die in zwei Geschlechter mit jeweils
|
||
unterschiedlichen Rollenfestlegungen unterteilt ist. Dies führt
|
||
nicht selten zur Abwertung oder gar Mobbing. Gleichgeschlechtliches oder geschlechtsuntypisches Verhalten werden oft lächerlich gemacht, ‚Du bist ja schwul‘ ist als Schimpfwort oft zu hören:
|
||
„Kinder und Jugendliche benutzen ‚schwul‘ und ‚lesbisch‘ oft
|
||
als abwertende Begriffe, ohne zu wissen, was die Wörter eigentlich bedeuten […]. Viele Schimpfwörter dienen zudem dazu, die
|
||
Geschlechterrolle zu kritisieren und rollenkonformes Verhalten einzufordern.“ (Kugler 2017, S. 366). Sie erleben negative Reaktionen
|
||
in ihrem Freundeskreis, von ihren Eltern und im sozialen Nahraum. Nach amerikanischen und britischen Untersuchungen sind
|
||
LGBT-Jugendliche in Zusammenhang mit familiären Konflikten
|
||
signifikant deutlich eher gefährdet, obdachlos zu werden! Ihre
|
||
hohe psychosoziale Belastung ist mittlerweile durch Studien belegt, die Auswirkungen reichen von Lernproblemen, Angst und
|