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und psychologischen Konzepten dominiert. Differenzaspekte wie
materielle Verhältnisse, politische Verhältnisse, Ethnie, Geschlecht,
kultureller Hintergrund, Bildung usw. finden erst langsam Eingang.
In enger Zusammenarbeit zwischen beiden Bereichen droht daher
immer der Verlust von Lebensweltorientierung […] Die Folge
kann eine ausgrenzende Handlungspraxis sein: Der medizinischpsychotherapeutische Bereich nutzt die Jugendhilfe nur noch als
Dienstleister, die Jugendhilfe wiederum instrumentalisiert den
medizinisch-psychiatrischen und psychotherapeutischen Bereich
zum reinen Reparaturbetrieb.“ (Gahleitner 2016, S. 321)
In Folge fühlen viele Pädagog*innen sich durch therapeutische
Arbeit nicht nennenswert unterstützt. Dies gilt auch für Pflegefamilien: „Es komme immer wieder vor, dass die Therapeuten
konkurrierende Bindungen aufbauten, die Pflegeeltern als wichtigste
Quelle der Störung verständen und dann versuchten, diese zu behandeln“ (Eberhard/Eberhard 2002, S. 53), die Möglichkeiten der
Psychotherapie würde häufig überschätzt. Die Pädagog*innen bemängeln, dass eine Außenkontrolle der Therapie nicht möglich
sei und die Therapeut*innen von ihnen verlangten, dass sie sich
mehr auf die Erfordernisse einstellen, die sich aus dem jeweiligen
Therapieverlauf ergeben. Auch die Therapeut*innen klagen über
nicht ausreichende Zusammenarbeit. Sie seien von der Hilfeplanung
ausgeschlossen werden, es sei keinerlei Austausch erwünscht. Diese
Schwierigkeiten in der Kooperation beeinträchtigen die Chancen
der Kinder zur Bewältigung ihrer Lebensumstände. Auch aus
der Kooperation zwischen Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie kennen wir ähnliche Problem, die vermutlich auch durch
unterschiedliche theoretische Sichtweisen und die damit einhergehende andere Sprache verursacht werden (Schmid 2007, S. 48).
Bereits Anna Freud (1980) hat auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Therapie bzw. Kinderanalyse und Erziehung
hingewiesen: „[…] wo die Analyse des Kindes nicht organisch mit
seinem Leben verwachsen kann, sondern sich wie ein Fremdkörper
in seine anderen Beziehungen einschiebt und sie stört, wird man
dem Kind wahrscheinlich mehr Konflikte schaffen, als ihm die Behandlung auf der anderen Seite löst“ (a. a. O., S. 81)