2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/216.md

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Therapieziele und Inhalte sind auch abhängig von den zu erwartenden Reaktionen der Bezugspersonen, da die Vernachlässigung
dieser Aspekte die Mädchen und Jungen in erneute Konfliktsituationen bringen und zu weiteren Schädigungen führen kann.
Sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppentherapie sollte das
Bezugssystem berücksichtigt werden. Eine therapeutische Unterstützung bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen kann nur
hilfreich sein, wenn sie sorgfältig als Teil im gesamten Hilfeprozess
eingebettet ist. Die verschiedenen Lebenswelten und Kontexte des
Kindes, das derzeitige Bezugssystem und die Herkunftsfamilie
sollten immer im Blick, das Ziel der therapeutischen Arbeit ein Beitrag im gesamten Rahmen der Hilfestellung für das Kind sein. Sinnvoll erscheint die Gestaltung eines pädagogisch/therapeutischen
Milieus, in dem Pädagog*innen, Therapeut*innen und die für die
Elternarbeit zuständigen Kolleg*innen mit ihren je unterschiedlichen Aufgabenstellungen zusammenarbeiten (Gahleitner 2011).
In vielen Schulen der Kinderpsychotherapie (z. B. Ramin 1987;
Petzold 1993) gelten auch heute noch folgende Prämissen:
Prämissen der Kindertherapie
Die Bezugspersonen, der Lebensraum, sei es Familie oder Heimgruppe,
sind ein bedeutsamer Bestandteil.
In der Kindertherapie finden auch pädagogische Prozesse statt. Es
gibt ein wechselseitiges Zusammenwirken von pädagogischen und
therapeutischen (im engeren Sinn) Prozessen.

In der Kindertherapie sind die Grenzen verschiedener psychotherapeutischer Schulen aufzuheben und eine Methodenvielfalt zu gewährleisten.
10.4 Über die Zusammenarbeit von Pädagogik und
Therapie
Die Zusammenarbeit von Pädagogik und Therapie ist nicht immer
einfach. Die Integration psychotraumatologischer Wissensbestände
in pädagogische Konzepte ist hilfreich, birgt aber auch Gefahren:
„Die Praxis des Gesundheitsbereiches ist stark von medizinischen