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Die Identifizierung von Auslösern der Rückblenden und das Verstehen der Dynamik minimiert ihrer Wirkkraft. So wissen sie, dass
auch dies eine normale Reaktion auf eine schwierige Umwelt ist, sie
sind nicht verrückt. Das gemeinsame Suchen von Möglichkeiten der
Kontrolle von Rückblenden und Möglichkeiten der Entspannung
ist ein Teil der Selbstregulation. Die Mädchen und Jungen kommen
aus der Opferrolle, sie werden vom Objekt der traumatischen Erinnerungsebenen zum Subjekt, zum Bestimmer ihres Lebens.
10.3 Die therapeutische Unterstützung
Die Aufgaben von Therapien sind vielfältig, die Hilfe orientiert
sich an dem Wunsch, dem Alter, der Lebensgeschichte und der
Stabilität des Kindes. Therapieziele sind korrigierende und wiedergutmachende Erfahrungen, Nachnähren und Unterstützung bei
der Entwicklung der Ich-Kräfte. Um Sekundärschädigungen zu
verhindern, müssen die Therapeut*innen in der Lage sein, die
Geschichte der Kinder besprechbar zu machen und sie bei der
Durcharbeitung der Gefühle zu begleiten, sofern die Kinder es
wollen. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Therapieform, die durch
eine Vielfalt von möglichen Techniken dem Kind Wege eröffnet,
das Trauma mit seinen Möglichkeiten darzustellen. Der Beginn
einer therapeutischen Versorgung kann nicht von strafrechtlichen
Erwägungen abhängig gemacht werden. Da Begutachtungen oft
monatelang auf sich warten lassen, „[…] grenzt es an unterlassene
Hilfeleistung, wenn man ein emotional verletztes Kind so lange ohne
entsprechende Hilfe lässt“ (Bange 2000, S. 16).
In den letzten Jahren wurden einige Verfahren und Methoden
der Traumaverarbeitung entwickelt, die auch für Kinder und
Jugendliche Erfolge versprechen. So hat die Kinder- und
Jugendlichenpsychotherapeutin Dorothea Weinberg spezielle
kindertherapeutische Vorgehensweisen bei akuten oder langanhaltenden Traumatisierungen erarbeitet. Die Strukturierte
Trauma-Intervention (Weinberg 2005, S. 118 ff.) wird bei klar
umrissenen Traumata eingesetzt, die dem Kind bewusst sind, die
Traumabezogene Spieltherapie unterstützt früh und anhaltend
traumatisierte Kinder (ebd., S. 197 ff.). Elke Garbe, eine Kinder- und