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209
Reaktionen und Empfindungen wahrnehmen und reflektieren,
können sie in Beziehung bleiben.
Sicher muss es einen Übertragungsraum geben, in dem die
Gefühle des Mädchens oder Jungens von heute und von damals
sein dürfen und wahrgenommen werden. Über die Dimensionen
des Übertragungsraumes gibt es unterschiedliche Auffassungen.
Pflegeeltern z. B. sollen die „[…] Übertragungsbeziehung im Hier
und Jetzt wirklich anzunehmen, statt sie durch einen direkten
Verweis auf die früheren Eltern rasch auflösen zu wollen.“ (Nienstedt 2002, S. 61). Nienstedt ist der Meinung, das Kind muss Schritt
um Schritt selbst die Entdeckung machen, dass die Pflegeeltern in
Wirklichkeit schützend sind und die berechtigten Gefühle etwas
mit einer anderen Realität zu tun haben. Man kann hierzu anderer
Meinung sein. Auch im Kontext von Therapie gibt es die Auffassung,
die Übertragung sich nicht endlos entfalten zu lassen, sie aufzuklären und die Patient*innen einzuladen, die Nützlichkeit dieser
(regressiven) Übertragungen für ihr Leben heute zu überprüfen
(Reddemann 2003). Ich bewerte die Wirkkraft traumatischer Erfahrungen eher als Beeinträchtigung der aktuellen Beziehungen,
weniger als Chance zur Bewältigung und plädiere für eine Korrektur,
wann immer es notwendig ist. Im pädagogischen Alltag geht es
nicht darum, allzeit traumatische Übertragungen in obigem
Sinne aufzulösen. Manchmal wird man einfach aushalten und
manchmal schützend beenden. Da Kinder durch die Übertragung
traumatischer Erfahrungen Wachstumschancen, neue Bindungserfahrungen blockieren, wird es immer wieder Situationen geben,
in denen die Auflösung dieser Erfahrungen durch Spiegeln und die
gemeinsame Suche nach alternativen Handlungsmöglichkeiten zu
Verstehen und persönlichem Wachstum führen.
Lei(d)tfaden zum Umgang mit traumatischer Übertragung
Traumatische Übertragungen wahrnehmen
Innehalten, Gegenreaktionen wahrnehmen
Aus Gegenreaktion rausgehen
In Beziehung bleiben