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längeren Zeitraum gewährt werden, steigt ihre „Erfolgsquote“ im Sinne des Hilfeplanes gegenüber früher beendeten Hilfen noch einmal deutlich an“ (Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- & Jugendhilfestatistik – AGJstat 2017, S. 25). Möglicherweise haben die jungen Frauen und jungen Männer sehr viel geschafft, sich selbst bemächtigt und sich eine innere Sicherheit erarbeitet. Nun – nach dem Leben in einer Einrichtung oder bei Pflegeeltern – stehen sie vor neuen Herausforderungen und dies oftmals sehr alleine. Immer wieder erleben wir, dass nach dem Autonomiebestreben, der Freude über die Selbstbestimmung in der ersten Wohnung die Einsamkeit folgt. Sie reagieren auf das angetriggerte Verlassensein mit Symptomen, die nicht selten zu einer psychiatrischen Diagnose führen. So müssen wir uns fragen, ob es ausreicht, was Kinder- und Jugendhilfe als Vorbereitung auf dieses „Erwachsenenleben“ bietet? Oft wird die Vorbereitung auf Ausbildung, Bügeln und Kochen reduziert. Die Begleitung von Schule und Ausbildung ist sehr wichtig. Und sie genügt nicht. Zukunft beinhaltet die Vermittlung von Fähigkeiten, die Menschen in einer individualisierten, von Kommunikationsmedien beherrschten Welt benötigen. Sie beinhaltet individuelle Bewältigungskompetenz und die „[…] Fähigkeit zur Selbsteinbettung, zur Passung von innerer und äußerer Welt.“ (Keupp 2000, S. 8). Die Rekonstruktion der traumatischen Erfahrungen ist keine Voraussetzung für einen Selbstbefreiungsprozess. Möglicherweise wird diese begleitend oder später oder nie eine Rolle spielen. Das kognitiv und emotional integrierte Wissen um die Herkunft allerdings ist letztendlich ein befreiender Prozess und ermöglicht, konkrete, neue Lebenschancen wahrzunehmen und Selbstverantwortung zu übernehmen. Die Auseinandersetzung mit der Herkunft – „Woher das Kind kommt und wohin es gehen kann“, so lautet der Untertitel zur vierten Regel „Die Lebensperspektive für das Kind suchen“ der kleinen Heilpädagogik von Mehringer – ist heute aktueller denn je. Und diese Auseinandersetzung ermöglicht die Entwicklung von Zukunftsvisionen. Vielleicht ist es ja besser, nicht alleine und isoliert – wie die Mütter oder Väter – mit anderen leben zu wollen. Zukunftsängste und die Gefahr der Vereinsamung lassen sich so besser bewältigen. Vielleicht ist es besser, sich nicht