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Erziehungswissenschaftler Klaus Wolf (2000, S. 20) wertet die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung sein
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Interesse an ihrer Lebensgeschichte ungewöhnlich fanden, als einen
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Hinweis auf diese Mangelsituation. Pädagogik, die Vergangenheit
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ausblendet, bedarf einer Korrektur. Die Bearbeitung der Trennung
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und der Blick auf die lebensgeschichtlichen Erfahrungen sind für
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Kinder wie Jana und Philipp direkte Bindeglieder zu einer möglichst
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selbstbestimmten Zukunft.
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9.2
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Trennung als Chance
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Die erste Zeit in der Einrichtung bedarf einer besonderen Sorgfalt. Julia, Sabine und Michael haben Angst. Sie wissen nicht, was
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geschehen ist. Andere, fremde Menschen maßen sich an, Autorität über sie auszuüben. Das ist äußerst verwirrend. Julia, Sabine
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und Michael fragen sich, warum sie hier sind. Wenn sie doch nur
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etwas lieber zu Mama gewesen wären? Sie suchen die Schuld in
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ihrem Verhalten. Verdrängung und Nichtwissen führen in der
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Regel zu Fantasien des Kindes, zu unrealistischen Halbwahrheiten. Oft ist jedoch die Trennung von einem gewalttätigen und
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vernachlässigenden Elternhaus eine notwendige Bedingung, um
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unter günstigeren Bedingungen aufwachsen und die Folgen früher
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Traumatisierungen korrigieren zu können.
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Retrospektive Nachfragen belegen, dass die Bewertung der
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Heimerziehung auch davon abhängig ist, ob die Mädchen und
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Jungen die Trennung als Unglück, Unrecht oder Rettung bewerten.
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Die Kinder und Jugendlichen mühen sich meist intensiv um eine
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Klärung der Trennung. „Je mehr Kinder und Eltern in Trennungskonflikten in der Lage sind, das Geschehen nach der eigenen wie
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der fremden Beteiligung hin zu verstehen, und je mehr es ihnen
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gelingt, diesem Sinn einen symbolischen Ausdruck zu geben, in dem
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Wunsch und Realität balanciert werden können, desto geringer sind
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die Gefahren einer Traumatisierung und desto größer die Chancen,
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dass Trennungen zu einem reiferen und kohärenteren Selbst- und
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Objektkonzept führen.“ (Maywald 1997, S. 30) Die Wirksamkeitsforschung der Kinder- und Jugendhilfe belegt dies eindrücklich:
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