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„Ich glaube auf diese Frage gibt es keine zufriedenstellende Antwort. Ich selber
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habe mir diese Frage oft gestellt und ertappe mich immer noch manchmal dabei,
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wie ich darüber nachdenke. Ich finde es aber sehr wichtig, dass, wenn diese Frage
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bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen aufkommt, sie diese Stück für
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Stück mit Unterstützung beantworten können.“ (Weiß/Sauerer 2018a, S. 147)
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Kinder und Jugendliche, die in ihrer Existenz bedroht waren, fragen
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nach dem Sinn, sie beschäftigen sich mit Schuld und Scham, sie
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suchen nach Erklärungen. In meinem langen pädagogischen Wirken
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bin ich immer wieder von den spirituellen Zugängen der Mädchen
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und Jungen aus herausfordernden Lebensumständen berührt. Sie
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bitten eine höhere Instanz um Hilfe und sie suchen Beruhigung in
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der Natur, sie spüren eine Kraftquelle. Sie überwinden so Einsamkeit
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und verbinden sich mit etwas Größerem. Eine spirituelle Dimension
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der Zeugenschaft und Anerkennung des Schmerzes geschieht, weil
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die innere Wahrheit bekräftig und die Verbindung zum eigenen Unversehrten entsteht (Sauerer 2019). Anja Sauerer begreift Spiritualität
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als „[…] eine Aufforderung […] sich zu verbinden mit sich, mit der
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umgebenden Welt. Also das stete Bemühen, sich mit der Wirklichkeit zu verbinden als Korrektur traumatischer Erfahrungen, die ja
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zu einem Gefühl von ‚Abgetrennt Sein‘, abgetrennt von spirituellen
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Zugängen, zu sich und der Welt geführt haben. Spirituelle Selbstbemächtigung auf der Basis von Partizipation und gemeinsamen
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Verstehen bedeutet das Verbunden Sein mit mir und meinem
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Wesenskern, meiner Wahrheit in innerer Zeugenschaft.“ (Sauerer/
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Weiß 2020, S. 638). Verbundensein mit dem großen Ganzen, unabhängig von Religion und Weltanschauung kann man auch als
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spirituelles Wohlbefinden bezeichnen. Und es verwundert nicht,
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dass „Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) […] spirituelles
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Wohlbefinden als einen eigenständigen Bestandteil umfassender
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Gesundheit.“ (Utsch/Bonelli/Pfeifer 2014, S. 3) betrachtet. In der alltäglichen traumapädagogischen Praxis gilt es, Räume für Spiritualität zu öffnen. Das kann zu Beispiel mit einem bewussten Atmen
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beginnen, einem Atem der in die Tiefe führt, der unterstützt bei der
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Regulation von Stresszuständen und der verbindet. Anja Sauerer
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schlägt vor mit dem Atem den Satz Es ist überstanden einzuatmen
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und mit dem Ausatmen den Satz Ich bin okay zu verbinden. Oder
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