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158
mit der Maßnahme der Inobhutnahme wird dieses „Nichtwissen“
darüber, was mit ihnen passiert, von jungen Menschen als zutiefst
beängstigende und traumatische Erfahrung beschrieben“ (BMfSFJ
2019: Abschlussbericht Mitreden Mitgestalten. Die Zukunft der
Kinder- und Jugendhilfe, Vorläufige Fassung für die Abschlusskonferenz S. 107) Sie wollen „[…] in der Hilfe mitentscheiden […],
wie diese ausgestaltet werden soll und was gut für sie ist. Kontrastiert
man diesen Wunsch mit den Erfahrungswerten der Adressatinnen
und Adressaten der Heimerziehung, so bleiben die Erfahrungen
deutlich hinter deren Erwartungen zurück, sind aber vergleichsweise immer noch positiver als in allen anderen erfassten Hilfearten.“ (ebd., S. 105; auch nachzulesen unter https://www.mitredenmitgestalten.de, Abruf: 17.08.2020)
Doch der einflussreichste Wirkfaktor ist die Kooperation:
„Werden die Hilfeadressaten also der junge Mensch und seine
Familie nicht nur beteiligt, sondern auch selbstgestaltend
im Rahmen der Hilfe aktiv, handelt es sich um Kooperation.“
(Mascenaere 2015; http://www.doej.at/images/files/Vortrag_
16_10_2015_Macsenaere.pdf, Abfrage 01.09.2023). Die Partizipation
habe in den letzten sechzig Jahren sukzessive zugenommen (ebd.),
das betrifft insbesondere Alltagsfragen. Vielleicht liegt das auch
daran, dass die Mädchen und Jungen immer später in stationäre
Einrichtungen kommen und deswegen altersgemäß mehr beteiligt
werden? Zu wenige Mitbestimmungsmöglichkeiten beschreiben die
Jugendlichen bei der Erstellung von Gruppenregeln (vgl. Marion
Moos 2012: Beteiligung in der Heimerziehung Einschätzungen
aus Perspektive junger Menschen und Einrichtungsleitungen), obwohl dies dort ihr Lebensmittelpunkt ist. Die Hälfte der Heranwachsenden schätzt ihre Möglichkeiten der Partizipation als gut
oder sehr gut ein, 42 % fühlen sich an der Hilfeplanung gut beteiligt (Wolff/Hartig 2008: Abschlussbericht: Forschungs- und Entwicklungsprojekt Gelingende Beteiligung im Heimalltag aus der
Sicht von Jugendlichen. Landshut: Fachhochschule Landshut). Was
ist mit der anderen Hälfte? „Die Umsetzung der Beteiligung von
Kindern und Jugendlichen im pädagogischen Alltag der Erziehungshilfen weist einen hohen Entwicklungsbedarf auf “ (Macsenaere/