2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/155.md

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155
„Ich erforsche meinen Körper jetzt mehr. Was passiert in den Händen oder wie
fühlt sich mein Bauch an, wenn ich sauer werde? Ich mache dann die Hände
so zusammen, bis es wehtut und dann lass ich los. Dann tut es noch ein bisschen weh, aber die Spannung ist dann irgendwie weg.“ (Expertin, zit. n. Sauer
2016, S. 48)
Wir können sie auch bei der Entwicklung der Fähigkeit, sich selbst
zu beruhigen oder aus einem Zustand der Erstarrung herauszukommen, unterstützen.
Die Lehrerin von Markus weiß um dessen Nöte, sie wirkt beruhigend auf ihn
ein. Markus muss nicht mehr kaspern.
Hans, der vor Angst erstarrt, sobald er seine Mutter sieht, und seine Pflegeeltern
suchen nach einem Ausweg. Er kann nicht immer seinen Freund bitten, ihn
zu begleiten. Das hilft, aber geht nicht immer. Was tun? Die Mutter kommt an
bestimmten Tagen und Zeiten, das ist gut voraussehbar. Hans spricht sich auf
seinen MP3-Player einen Text, den er in die Schule mitnimmt und während
des Weges zur Verfügung hat: „Du gehst jetzt weiter, das rechte Bein, das linke
Bein. Deine Mutter kann Dir nichts tun. Deine Pflegeeltern stehen an der Straße
und warten auf Dich.“ Es funktioniert. Hans kann weiterlaufen.
Markus nutzen nachdem er den Mechanismus des dreigliedrigen
Gehirns verstanden hat Sätze wie Du brauchst keine Angst zu
haben, Es wird Dich niemand wegschicken. Hans hat selbst einen
Weg aus der Erstarrung gefunden. Aus der Praxis kennen wir
viele Beispiele, wie Kinder Erinnerungsebenen kontrollieren und
Pädagog*innen sie lehren können, dies zu tun. Natürlich dauern
diese Veränderungen lange. Unsere Expertin Leonie Kirschbaum
erzählt von dem Bild der Dschungelautobahn, dass ihre Therapeutin
ihr angeboten hat und von der Mühe alte ausgetretene Wege zu verlassen und neue z. B. der Selbstregulation einschlagen zu können
(Kerschbaum 2018) und sie spricht die anderen Expert*innen direkt
an: