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151
Die Unterscheidung von Gefühlen und Empfindungen
Nicht alle Kinder spüren Gefühle. Diese Erkenntnis bedarf der Beachtung, weil pädagogisches Arbeiten mit Gefühlen Mädchen und
Jungen, die keine Gefühle spüren, möglicherweise bestätigt, dass
sie nicht normal seien. Das Wahrnehmen von Empfindungen ist
weniger gefährlich und anders wirksam. Empfindungen physiologischer Ereignisse in unserem Inneren, z. B. Wärme, zittrig sein,
Schwitzen, Aufregung, Müdigkeit, können direkter darauf hinweisen, dass etwas nicht im Gleichgewicht ist und möglicherweise
durch die Versorgung dieser Empfindungen reguliert werden kann.
Zentraler Bestandteil der Selbstwahrnehmung ist die Unterscheidung von Gefühlen und Empfindungen. Der Weg der Heilung
sei „[…] vom Bereich des Denkens oder dem der Emotionen in den
sehr viel grundlegenderen Bereich der körperlichen Empfindung
überzuwechseln“ (Levine/Kline 2004, S. 147). Es gehe darum, Impulse aus dem Kern des Reptiliengehirns zu beachten.
Philipp sucht Streit, weil er zufällig seinen großen Bruder getroffen hat. Anna
ist aufgeregt, sie weiß nicht warum. Maria spürt eine Lähmung, sie beschreibt
eine Schwere in ihrem Körper.
Die Selbstregulation beginnt für alle drei mit der Erklärung über die
Bedeutung von Körperempfindungen. Im zweiten Schritt erfahren
sie von dem Unterschied von Gefühlen und Empfindungen. Doch
weil nicht allen Kindern und Jugendlichen ihre Gefühle zugänglich sind, müssen wir darauf achten, ihr möglicherweise daraus
resultierendes Gefühl, nicht normal zu sein, nicht zu verstärken.
Ich kenne nicht wenige Kinder, die Gefühle nicht spüren, weil das zu
viel wäre, macht nichts. Für uns sind die Körperempfindungen das
wichtige!