2026-001/documents/philipp-sucht-sein-ich/pages/128.md

26 lines
1.5 KiB
Markdown
Raw Blame History

This file contains invisible Unicode characters

This file contains invisible Unicode characters that are indistinguishable to humans but may be processed differently by a computer. If you think that this is intentional, you can safely ignore this warning. Use the Escape button to reveal them.

128
Und sie können vorsichtig eine vertrauensvolle Bindung aufbauen.
Diese kann nur entstehen, wenn die Herkunftsfamilie und die
Lebensgeschichte nicht verleugnet werden müssen. Im Gegenteil,
die Beziehung zwischen den Bezugspersonen, die sich mit den
Mädchen und Jungen über ihre Lebensgeschichte auseinandersetzen, wird oft erstaunlich verstärkt.
Vertrauen in die Beziehung zu einer Bezugsperson, vielleicht
gar eine exklusive Beziehung ist eine Voraussetzung zur Korrektur
schädigender Bindungsmodelle. Möglicherweise ist dies ein Weg für
sie, selbst- und fremdschädigende Bindungsmodelle zu korrigieren,
unsichere, vermeidende oder desorganisierte Bindungsmuster in ein
sicheres bzw. in ein wenig sichereres Bindungsverhalten verwandeln
zu können. Zur Veränderung dieser Bindungsmodelle schlägt John
Bowlby (1995, S. 129 ff.) fünf therapeutische Aufgaben vor, die auch
für die Pädagogik gelten:
Fünf pädagogische Aufgaben
1. Die Pädagog*in muss als sichere Basis verfügbar sein.
2. Er/sie kann die Mädchen/Jungen zum Reden über unbewusste Voreingenommenheiten, Übertragungen alter Bindungsinhalte ermutigen.
3. Die Mädchen/Jungen können die Beziehung zu den Pädagog*innen überprüfen.
4. Und aktuelle Wahrnehmungen und Gefühle mit Erfahrungen mit den
Eltern und anderen Bezugspersonen von früher vergleichen.
5. Möglicherweise wird dann die Erkenntnis erleichtert, dass die alten
Bindungsmodelle für die Gestaltung des zukünftigen Lebens unangemessen sind bzw. sein werden.