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125
ob diese das auch so sehen oder ob sie andere Verstehensmodelle
haben. Vielleicht ist ja alles ganz anders? Eine Haltung des wertfreien
neugierigen Erkundens braucht Zeit, die ich manchmal nicht habe.
Aber selbst dann hängt die Praxis dieser Haltung von der Tagesform,
den Belastungen und dem Kontext ab. Und es braucht die Gewissheit
eigentlich beider Seiten der Expert*innen und der Profis um die
Normalität des Unnormalen und das Wissen von deren Dynamik.
Literaturtipps
Arbeitsgruppe Heimreform (2000): Aus der Geschichte lernen: Analyse der Heimreform in Hessen (19681983). Frankfurt/M.
Bettelheim, B. (1970): Liebe allein genügt nicht. Die Erziehung emotional gestörter
Kinder. Stuttgart: Klett (englisches Original erschienen 1950).
Dörr, M. (2016): Psychoanalytische Pädagogik. In: Weiß/Kessler/Gahleitner (Hrsg.):
Handbuch Traumapädagogik. Weinheim.
Giesecke, H. (1997): Die pädagogische Beziehung. Pädagogische Professionalität und
die Emanzipation des Kindes. Weinheim.
7.
Traumainformierte Bindungspädagogik
„Ich glaube, dass der Kern jeder Traumatisierung in extremer Einsamkeit besteht, im äußersten Verlassen sein. Damit ist sie häufig,
bei Gewalttrauma immer, auch eine Traumatisierung der Beziehungen und der Beziehungsfähigkeit. Eine liebevolle Beziehung,
die in mancher Hinsicht einfach sicher ist, wird unerlässlich sein,
um überhaupt von einem Trauma genesen zu können“ (zit. n. Huber
2007: Die Phobie vor dem Trauma überwinden Ein Gespräch mit
Onno Van der Hart. Trauma und Gewalt, 1, S. 5861). Traumainformierte Bindungspädagogik ist also ein Muss, insbesondere
weil wir wissen, dass die Änderung von Bindungsverhalten bis ins
hohe Alter möglich ist. Die Bearbeitung und die heutige Sicht der
Dinge sind ausschlaggebender als die Bindungsmodelle der Eltern.
Bindungssicherheit gerade die erworbene ist ein Hinweis auf
seelische Gesundung und die beste Basis für eine gelingende Zukunft.