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als normale Reaktion auf eine extreme Stressbelastung betrachtet.
Kinder und Jugendliche haben für ihre Vorannahmen, Reaktionen
und Verhaltensweisen immer einen gewichtigen Grund. Unschwer
ist hier eine große Nähe zur bereits erwähnten psychoanalytischen
Pädagogik, aber auch zur humanistischen Grundhaltung entsprechend den Ausführungen von Rogers (1959) zu erkennen.
Ohne dieses Verstehen und das gemeinsame Verstehen wird eine
Auseinandersetzung der Mädchen und Jungen mit ihren selbstund fremdschädigenden Verhaltensweisen nicht möglich sein: „Die
Würdigung und Wertschätzung dieser notwendig gewordenen Verhaltensweisen sind ein entscheidender erster Schritt, den Kindern
und Jugendlichen zu ermöglichen, ihr belastendes Verhalten im
Kontext seiner Notwendigkeit zu reflektieren und möglicherweise
alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.“ (BAG TP 2011, S. 4).
Die gemeinsame Würdigung und das Wertschätzen der schwierigen
Verhaltensweisen verringern den Stress der Mädchen und Jungen
aus herausfordernden Lebensumständen und ermöglichen die nachhaltige gemeinsame Suche nach alternativen Verhaltensweisen.
Würdigung bedeutet, die Sinnhaftigkeit hinter diesen Strategien
und das Bemühen, Mitglied der Gesellschaft zu bleiben, zu erkennen: „Dass die Kraft, die ich aufbringe, um ein Mitglied der
Gesellschaft zu sein, nicht so völlig selbstverständlich angenommen
wird.“ (Kavemann et al. 2019, S. 91). Wir würdigen die Lebensleistung, wenn wir sagen: Wow, wie hast Du das geschafft? Oder,
wenn Anita ihr Zimmer zerlegt und sie dann sagt, da ist ein Feuerball in mir, sie zu fragen, ist das oft so? Das muss ja tierisch anstrengend sein und wie schaffst Du das sonst? Wie machst Du das?
Es gehört eine Menge dazu, herausfordernde Lebensumstände zu
überleben und dann noch Geschwister zu versorgen, in die Schule zu
gehen, sich um die Mutter zu sorgen und vieles andere mehr. Diese
Lebensleistungen verdienen unseren großen Respekt.
In der pädagogischen Praxis stellt sich die Umsetzung
dieser Haltung als das Schwierigste heraus. Neben dem traumapädagogischen Wissen bedarf diese Haltung der Reflexion des
eigenen Menschenbildes und ist letztendlich nur in einer Institution
zu halten, die sich die Implementierung und Pflege dieser traumapädagogischen Haltung durch die größtmögliche Unterstützung der