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Heranwachsenden. Die Berücksichtigung von Übertragungen,
positiven als auch negativen und traumatischen Übertragungen
sei zentraler Bestandteil psychoanalytischer Pädagogik. Es gehe
darum, die Übertragung anzunehmen und sie gleichzeitig als Reinszenierung und Wiederbelebung früherer Objektbeziehungen
(Aichhorn 1951, S. 106) zu verstehen. Aichhorn und Siegfried Bernfeld ein Reformpädagoge und Psychoanalytiker im Kinderheim
Baumgarten nahe Wien betonten die Milieuprägung seelischer
Vorgänge und schafften eine Umgebung menschlicher Einfühlung
und Wärme als pädagogische Orte, die als Soziale Orte neues Verhalten der Jungen und Mädchen ermöglichen sollten. Dies erinnert
an das heutige Konzept des so weit als möglich sicheren Ortes.
Auch Anna Freud widmete sich der Entwicklung einer psychoanalytisch orientierten Pädagogik (A. Freud 1935/1971).
Bruno Bettelheim ist wohl der bekannteste Vertreter psychoanalytischer Pädagogik. Nach seiner Emigration in die USA errichtete er die Orthogenic School der Universität Chicago für
hochgradig emotional auffällige Kinder und entwickelte unter
Berücksichtigung psychoanalytischer Erkenntnisse ein Milieutherapeutisches Konzept: Emotional gestörte Kinder brauchen
„[…] eine ganz spezifische Umwelt […], einen ganz besonderen
sozialen Organismus, der die Matrix sein sollte, in der die Kinder
anfangen konnten, ein neues Leben zu entwickeln.“ (Bettelheim
1991, S. 8) Ziel hierbei sei nicht die Pädagogik durch die Therapie
zu ersetzen, sondern alltägliche Situationen heilsam zu gestalten.
Bettelheim verwendet die Begriffe unkompliziertes und beschützendes Milieu. Sein zentrales Anliegen war es, den Kindern
Beziehungen anzubieten, die ihnen helfen, ihre gegenwärtige Welt
neu zu ordnen und ein stärkeres Ich zu entwickeln. Fritz Redl, der
in Wien zunächst mit August Aichhorn zusammenarbeitete und
David Winemann, zwei weitere Milieutherapeuten führten zur
etwa gleichen Zeit ihr pädagogisch-therapeutisches Konzept 1946
im „Pioneer House“, einem kleinen Erziehungsheim in einem
Elendsviertel von Detroit ein. In ihrem Konzept stand der absolute
Schutz vor erneuter Traumatisierung im Vordergrund. Die Grundbedürfnisse nach Versorgung, Aktivität und Anerkennung müssten
erfüllt werden. Zunächst treten die Pädagog*innen an die Stelle